Ein zauberhafter Abend in Bree

Ein Zauberer sagte sich an, werte Leser, um uns alle mit seinen Künsten zu erfreuen. Und zwar am 22. Tag des Nachjul auf dem Festplatz in Bree. Nicht so ein Zauberer, wie angeblich der alte Gandalf einer gewesen sein soll, nein, werte Leser, sondern ein sogenannter Illusionist, also einer, der so tut als ob er zaubert, um das Publikum zu unterhalten. Kokol der Große wollte sich dieser Aufgabe stellen und ich muss sagen, er hat diese Aufgabe mit Bravour erfüllt, aber dazu später mehr.

Die liebe Sebylla war von Herrn Valimaro und Lady Vahalla gebeten worden, den Abend musikalisch, sagen wir einmal einzurahmen, also vor und nach dem Auftritt des Magiers, mit Ihrer Familienkapelle, den Silberdisteln, Ihre wundervolle Musik zu spielen.

Da ich schon so lange keine Gelegenheit mehr hatte, mit einer so guten Kapelle zu spielen, fragte ich schon vor einigen Tagen Sebylla, ob ich als Gast mitspielen dürfe.

Während sich immer mehr Publikum einfand, klimperten wir schon einmal ein Lied.

Herr Valimaro, der den Auftritt des Magiers organisiert hatte, begrüßte die Gäste und dann begannen wird mit unserem Vorprogramm.

Die Stimmung des Publikums war nach der schönen Musik recht gut, als Herr Valimaro erneut die Bühne betrat, um den Magier namens Kokol anzukündigen.

„Großen Applaus für die Silberdisteln und Mairad. Vielen Dank euch für das Aufspielen, das war Klasse und jetzt Applaus für den MAGIER! Wir müssen einmal kräftig für ihn klatschen. Er ist noch ein bisschen müde. Ich werde ihn mal wecken gehen. Also einen kräftigen Applaus für Kokol!“

Während Bango, der statt Silberdisteln Silberlöffel verstanden hatte mit Herrn Kirgon darüber diskutierte, ob er selbst zaubern könne, weil er ja jedes Törtchen verschwinden lassen könne, ging Herr Valimaro hinter die Bühne, um den Magier Kokol zu holen.

Das Publikum war reichlich verblüfft, als eben dieser ein wenig lustlos, ja fast schon lethargisch, auf die Bühne kam. Gähnend, ja werte Leser, gähnend begrüßte er das Publikum, das ihm gleichwohl ein warmen Willkommens-Applaus schenkte.

„Guten Abend. Hui, so viele Leute! Das bin ich als Schausteller gar nicht mehr gewöhnt. Ich bin Kokol, Schausteller, rot Träger und Gelegenheits-Zauberer“

Auch der Applaus schien jedoch den Herrn Magier nicht wirklich zu wecken.

Vom wem der Zwischenruf „Zauber Kuchen her!“ kam, das könnt Ihr natürlich nicht erraten, werte Leser.

Ein wenig wacher, fuhr der Magier fort:

„Da wurde ich gefragt, ob ich einige Dinge zeigen könne… Und das lasse ich mir nicht zwei Mal sagen.“

Offensichtlich scheint Herr Kokol nicht besonders viel von den Einwohnern des Breelandes zu halten, weil er wohl dachte, mit ein wenig jonglieren könne er uns beeindrucken.

Seis drum, viele im Publikum waren irritiert und der Applaus ebbte deutlich ab.

Bangos erneuten Zwischenruf „Törtchen“ deutete der Magier sogar so, dass Bango ihm eines anbieten wollte. Könnt Ihr Euch das vorstellen, werte Leser. „Jederzeit, mein Magen knurrt auch fürchterlich“

Dann erläuterte er: „Aber bevor ich richtig zaubern kann, muss ich mich erstmal aufwärmen. Das geht am besten, wenn alle zusammen mitmachen.“

Und so begann ein Aufwärmprogramm mit Liegestützen, Herumrollen und mehr. Ich bin überzeigt, die Bühne am Festplatz war nie so sauber wie nach den Bemühungen des Herrn Kokol, sich aufzuwärmen.

Das Ganze hatte den Herrn Magier wohl durstig gemacht und er bat eine junge Hobbit in einem grünen Kleid, nun ich verrate nicht zuviel, werte Leser, wenn ich Euch verrate, dass es sich dabei um unsere liebe Vaida handelt, aus dem Becken auf dem Festplatz einen Krug Wasser für ihn zu holen.

Spätestens in dem Moment hielten Tulpi und ich den Zauberer für wahnsinnig. Wasser aus dem Becken am Festplatz trinken? Stellt Euch das mal vor.

Und dann ging die Zaubervorführung richtig los, werte Leser. Herr Kokol zauberte aus dem Wasser des Beckens einen Regenbogen.

Wir waren alle recht überrascht, als Herr Kokol sodann ausrief: „Aber ihr wollt ja richtige Zaubertricks sehen, oder? Ihr wollt einen wahren Trick? Dann brauche ich zwei Freiwillige!“

Die Wahl des Magiers fiel auf unsere liebe Vaida und eine Elbendame mit wunderschönen Blumen im Haar, die sich deswegen den ganzen Abend von dem Magier als Gemüseelbin oder Gewürzelbin verspotten lassen musste. Es handelte sich um Lady Irvorien.

Der Magier gruppierte die Damen um sich und begann zu zaubern.

Langsam legte der Magier 3 Stücke Kohle auf die Bühne und begann mit einem Zauberspruch:

„Abra Kadabra Simsala Bim. Fertig wird das Feuerding“

Nach und nach erschienen drei kreiselnde Flammen auf der Bühne, die zwar Hitze ausstrahlten aber weder die Bühne noch die „Assistentinnen“ des Magiers versengten.

Bango, der immer nur an das wichtigste denkt, das Essen, nutze das magische Feuer sofort, um eine Bratwurst zu grillen.

Kaum waren die tanzenden Flammen verschwunden, hatte der Magier eine Fackel in der Hand, nahm eine Schluck aus einem Krug und zeigte sine beachtlichen Künste als Feuerspucker.

Nun nach dem sagen wir einmal seltsamen Beginn, war ich doch sehr überrauscht und zwar positiv.

Während Lady Irvorien von der Bühne gebeten wurde, sprach Herr Kokol unsere Vaida an: „Kleines Mädchen, Du hast das so toll gemacht. Du darfst gleich noch bleiben“

Plötzlich hatte der Magier eine Blume in der Hand, eine recht normale Blume, wie man sie so kennt, werte Leser.

„Hier eine gewöhnliche Blume. Etwas klein. Und wenn sie größer wäre, würde sie doch viel besser in das Gewürzhaar der Elbin passen oder? Dreimal schwarzer Kater Zauber Zauber Fidibus!“

Und plötzlich war die Blume riesengroß. Aber nicht genug, der Herr Magier hatte wohl nicht nur die Blume vergrößert, sondern auch eine Biene, die nun um die riesige Blume herumbrumselte.

Die Liebe Vaida sah natürlich, so sind wie Hobbits halt, nur die praktische Seite dieses Tricks „Wie toll dich brauchen wir …du kannst bestimmt auch riesengroße Töften zaubern“ während wir anderen doch ein wenig unsicher waren ob der riesigen Biene, unsicher und auch beeindruckt.

Mit dem Zauberspruch „Zauber Zauber fidibus Dreimal dicke Hummel“ schrumpfte der Magier die Biene und die Blume wieder zu normalen Größe.

Selbst Tulpeline, die zuvor ja laut verkündet habe, Zauberer gebe es nicht, musste widerstrebend zu geben, dass sie beeindruckt war.

 „Jetzt zu den Höhepunkten einer jeden Show. Komm einmal hierrüber kleines Mädchen. Noch ein Stück. Mhm, irgendetwas stimmt aber nicht. Ach ja, Deine Kleidung. Eine richtige Zauberassistentin muss auch so aussehen, oder? Deine Kleidung, die müssen wir erstmal herzaubern, nicht so passend zu meiner. Aber das ändern wir schnell! Abra Kadabra.“

Nun war die liebe Vaida statt in Grün in Weiß gekleidet, aber das passte nicht zu dem „Roten Zauberer“, der offensichtlich nicht zufrieden war.

Mit „Abra Rote Dabra Simsala Rot“ schaffte Kokol das, was er  beabsichtigt hatte, Vaida war plötzlich in ein rotes Kleid gewandet, ein sehr hübsches rotes Kleid.

Als nächsten Trick wollte der Magier ein weißes Kaninchen aus dem Hut zaubern. Gleich 2-mal misslang das Kunststück, weil das Kaninchen erst braun und dann schwarz war trotz des eindrucksvollen Zauberspruchs: „Besen Besen Seis gewesen einen weißen Häsen wirst du mir geben Hex Hex“

Der Zauberer was offenbar außer sich ob der falschfarbenen Hasen und schrie aus vollem Hals: „BESEN BESEN SEIS GEWESEN EINEN WEIßEN HASEN SOLLST DU MIR GEBEN“

Das Publikum war sprachlos, als der Zauberer die liebe Vaida in einen großen weißen Hobbithasen verwandelt hatte. Vaida hoppelte ganz aufgeregt auf der Bühne.

Aber es dauerte nicht lange, da hatte Herr Kokol sein Missgeschick in Ordnung gebracht. „Besen Besen Seis gewesen Vaida sollst du mir zurückgeben“

Zu unser aller Erleichterung  sah Vaida wieder ganz normal aus. Da hat dieser Kool auch Glück gehabt, weil ich gerade bei war, Tulpeline zu überreden, den Magier zu arretieren.

Ohne entmutigt zu sein, nahm Herr Kokol einen weiteren Anlauf: „Besen Besen Seis gewesen BITTE ein weißer Hase ist erbeten Hex Hex“

Höflichkeit zahlt sich aus, wie wir Hobbits wissen, und tatsächlich erschien der gewünschte weiße Hase.

Und dann steuerte die Show auf ihren absoluten Höhepunkt zu.

„Liebes Publikum, jetzt die Königsdisziplin für jede Zaubereishow: Das Wegzauber und Herzaubern einer Person.“

Das Publikum schnappte vernehmlich nach Luft ob der Beinahe-Katastrophe, die der Herr Magier eben angerichtet hatte.

Auch dem Magier schien sich dessen bewusst zu sein als er zu Vadia sagte: „Vielleicht sollten wir vorher noch ein paar Verträge unterschreiben“, um dann wieder fröhlich dem Publikum, besonders der sehr skeptischen Tulpeline und dem sehr streng schauenden Herrn Kirgon entgegen zu rufen: „Keine Angst! Die Elben haben die Proben abgesegnet. Es wird nicht schief gehen! Versprochen!“

„Zauber Zauber Fidubus Mach aus Vaida ein Culunumibus. Lass sie bald zu Hause sein, Und verschwinden nur zum Schein. Hex Hex“

Wie waren alle, auch der Magier selbst, sehr verblüfft und ich muss sagen nicht nur ich auch besorgt, als Vaida vor unseren Augen einfach verschwand.

Das Schlimmste für mich war, dass der Magier selbst verblüfft zu sein schien. Wusste er denn wirklich was er tat?

„Zauber zauber fidibus Mit dem Verschwinden ist jetzt Schluss. Ich will auch immer artig sein. Lass Vaida wieder bei uns sein. Hex Hex“

Herr Kirgon schrie auf und Tulpelne setze den strengsten Blick auf, den ich bei ihr kenne, als statt Vaida eine Ziege erschien.

Sofort versuchte der Magier, das wieder in Ordnung zu bringen „Zauber zauber fidibus. Mit der Ziege ist jetzt Schluss. Ich will auch immer artig sein. Lass Vaida bei uns sein“

Ich schrie auf, als statt unserer lieben Vaida ein grimmig drein blickender Sohn Durins erschien und sofort ausrief „Bei Durins Bart“

Der Zaubrer schien immer nervöser zu werden und sagte vollkommen überflüssiger Weise zu dem Zwerg „Du bist nicht Vaida!“ Kurz vor er diesem mit einem „Schnell weg Hex Hex“ verschwinden ließ.

Erst beim dritten Versuch „Zauber Zauber Fidibus“ erschien endlich wieder unsere Vaida, völlig unversehrt und lediglich ein klein wenig verwirrt.

Das Publikum brauch in einen erleichterten und tosenden Applaus aus.

Rufe der Erleichterung hallten durch das Publikum und Herr Kirgon nahm die Hand wieder von seiner Axt.

Sebylla blieb skeptisch „Ich bleib lieber bei Gandalfs Feuerwerk, das ist nicht so gefährlich.“

Mit tosendem Applaus und so manchem Kupferling und sogar einigen Silberlingen in seinem Zylinder wurde der Zauberer verbschiedet und die Silberdisteln erklommen wieder die Bühne

Der wunderbare, ja zauberhafte Abend, endete mit der schönen Musik der Silberdisteln und dem obligatorischen Feuerwerk.

Danke Herr Kokol, für Eure Tricks, auch wenn ich mir nicht ganz im Klaren darüber bin, war das alles geplant oder hattet Ihr denn doch mehr Glück als Magie?

Sollte der Magier einmal ein Gastspiel in Eurer Nähe geben, zögert nicht, werte Leser.

Mairad Birnhaag für den Auenlandboten

3 Gedanken zu „Ein zauberhafter Abend in Bree

  1. Ohja, das war eine tolle Zaubershow!!! Dieser Meister Kokol ist ein wahrhaft mächtiger Zauberer! … Auch wenn der eine oder andere Zauber bissel schief ging *lacht immer noch*. Und die Silberdisteln haben alles so schön mit ihrer Musik umrahmt. Jaja und die Mairad hat auch mitmusikt.

    Gefällt 1 Person

  2. Das war ein fantastischer Abend! Danke an den tollen Kokol, die Silberdisteln und Mairad für das Aufspielen, ihr seid klasse!

    Und Mai – du hast dich mit deinem Beitrag wieder selbst übertroffen! Einfach sehr gut beschrieben dieser wunderbare Abend

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s