Grenzerbericht: 'Zwergenbesuch und Zwist um Lokalpolitiker Tronald Dump' (28.01.2020)

„Bekanntlich sind Grenzer ja immer im Dienst und so war es wenig verwunderlich, dass sie auch am vergangenen Dienstag, wieder pünktlich ihre wohlbekannte ‚Grenzersprechstunde‘ abhielten. Ab der achten Abendstunde traf man sich im Weiler ‚Fuchskleve‘, um sich den Sorgen und Nöten der Bevölkerung zu stellen.

Allerdings erschien an diesem Abend weniger das sorgenvolle Klientel des Auenlands, als die Stammgäste der Grenzerstunde und auch ein gänzlich neuer Besucher, der Zwergenherr Agrakel, ein echter Vertreter der berühmten ‚Starkäxte‘, welchen Kelko und Sundo, die Hauptmänner der Grenzer, auf der Einweihungsfeier des ‚Auenland Boten‘ kennengelernt hatten.

Die Brüder hatten sich angenehm mit dem Bartträger unterhalten und den sympathischen Zwerg kurzerhand ins Grenzersmial eingeladen, wo er dann auch pünktlich angekommen war und mit Irmeline Schraubstock,Werro Hanfstengel, Bango Gerstfeld, Faroweis Birnhaag, meiner Wenigkeit, Beuno Willowtree und dem bereits erwähnten, Kelko Breitfusz, die an diesem Abend Anwesenden, begrüssen konnte.

Sundo war leider verhindert und deshalb nicht vor Ort, aber Herr Agrakel kannte glücklicherweise auch bereits einige andere von uns von der besagten Feierlichkeit und fühlte sich anscheinend sofort gut aufgenommen.

Natürlich wurde allen zunächst eine leckere Portion des Grenzereintopfs serviert, wofür Hauptmann Kelko, leckeres Kesselfleisch mit Töften für uns aufgekocht hatte. Agrakel haute herzhaft und hungrig rein, da er die Angewohnheit hatte, nur alle paar Tage feste Nahrung zu sich zu nehmen und musste sich – was die Menge des vertilgten Eintopfs anging – letztendlich nur unserem ‚Essperten‘, Bango Gerstfeld, geschlagen geben.

Da der Zwergenherr ohnehin schonmal zugegen war, nutzte Kelko die Gunst der Stunde und zapfte dessen Wissen der Metallkunde an, um Klarheit in einen aktuellen Fall von ‚Gerüchteverbreitung‘ zu bringen. Just zu diesem Zeitpunkt, stiess auch Herr Torbol Prallwams zu unserer kleinen Gruppe hinzu und wurde staunender Zeuge der Expertise der Starkaxt.

Es ging um die neueste Erfindung der Bäckerei ‚Smialtörtchen‘, die sogenannten ‚Dosenkuchen‘ und die Munkeleien darum, dass selbige mit Blei verseucht seien, weil die Dosen unsachgemäss verschweisst worden seien! Grenzerausbilder Faroweis, der seines Zeichens ja auch der Besitzer von ‚Smialtörtchen‘ und Erfinder dieser neuen Kuchenart ist, leugnete dieses Vorwürfe natürlich vehement und beteuerte die Ungefährlichkeit seiner Dosenkuchen. Agrakel konnte die Aussagen des Bäckereichefs vollständig untermauern, da die Dosen zwergisches Machwerk und damit ausserhalb jeglichen Zweifels standen.

Bango: ‚Ui, wegen diesen Dosentörtchen. Da is Blei drin, habbich gehört!‘

Kelko: ‚Faro, erzähl, wie die Dosen gemacht werden und wie sie verschlossen werden.‘

Faroweis: ‚Das ist so ausgelegt, dass nur der Inhalt der Dose erhitzt wird. Sie werden mit einem Eisendeckel verschlossen, aber der Kuchen ist durch eine feuerfeste Lasche nochmal seperat geschützt.‘

Agrakel: ‚Metall kenn ich. Hab lang genug an Hochöfen und Giessereien geschuftet.‘

Kelko: ‚Faro, das glaubt hier niemand, dass du schlechte Sachen verkaufst!‘

Irmeline: ‚So, untersuchen wir nun Blei, oder untersuchen wir, wer Unwahrheiten über Faro verbreitet?‘

Faroweis: ‚Also, wenn man mir vorwerfen will, dass ich schlechte Sachen verkaufe, kann ich auch gleich gehen!‘

Gehen tat dann aber Herr Agrakel, der leider frühzeitig aufbrechen musste und – kaum als er gegangen war – durch einen nicht gerade gern gesehenen Besucher ersetzt wurde: Lokalpolitiker und Auenlandpatriot ‚Tronald Dump‘!

Er war gekommen, um für seinen Wahlkampf die aktuellsten Informationen abzugreifen, da er stets nach einem Grundsatz handelte, der da lautete: Wissen ist Macht! Er hatte auch schon von den ‚Bleivergiftungsgerüchten‘ gehört, wiederholte diese und verlangte, genauere Informationen darüber zu erhalten.

Dies stiess Faroweis, als direkt Beschuldigten natürlich sauer auf und er stellte dem Bürgermeisterschaftskandidaten gleichmal einen saftigen Strafzettel wegen ‚Verleumdung‘ aus! Diese Aktion sahen viele der Umstehenden als überzogen, oder sogar als ‚Machtmissbrauch‘ an und versuchten ein Veto gegen diese Bestrafung einzulegen.

Tronald: ‚Welche Verleumdung? Und selbst wenn ich verleumdet hätte, ich bin Kandidat und darf das!‘

Kelko: ‚Haltet mich zurück, das hält man ja nicht aus!‘

Torbol: ‚Der Verleumder ist der, der das verbreitet hat, mit dem angeblichen Giftdosen-Blei!‘

Faroweis: ‚Kelko, ich werde Dump in Beugehaft nehmen.‘

Tronald: ‚Aha, was wollen Sie von mir, Herr Pantoffelheld?‘

Bango: ‚Da brauchts eine Untersuchungskommission, wegen möglichem Amtsmissbrauch, oja!‘

Torbol: ‚Oha, der Dump wird verhaftet! Das wars mit Faros Grenzerkarriere.‘

Kelko: ‚Faro, jetzt darfst du ihn wegen Grenzerbeleidigung festnehmen!‘

Herr Tynebald, der gerade verspätet ankam, wurde dann tatsächlich Zeuge, wie Tronald Dump die Handeiesen angelegt wurden und er von Faroweis und Irmeline, ins Grenzersmial geführt wurde. Eine Reaktion der Grenzer, die einige von uns als übertrieben ansahen und auch Herr Tynebald hatte eine eindeutige Meinung dazu.

Tronald: ‚Ich wollte mich informieren, dann sagte man mir dass es nur ein Gerücht sei, ich bin beruhigt und dann werde ich festgenommen, weil ich beruhigt bin. Skandal!‘

Bango: ‚Und Ihr werdet grad von demjenigen festgenommen, den das Gerücht betrifft. Das scheint mir nich in Ordnung zu sein.‘

Kelko: ‚Nein, sondern gerechtfertigt!‘

Tynebald: ‚Oh, also gerechtfertigt dürfen wir unser Amt mißbrauchen? Können wir uns selber eine Rechtfertigung zurechtlegen? Wenn wer wegen sowas eingesperrt wird, wo endet das?‘

Am Ende wurde Dump, nach einer Entschuldigung, letztendlich wieder auf freien Fuss gesetzt, doch blieb der Zwist zwischen den verschiedenen Parteien deutlich in der Luft hängen, was Torbol, mit einem Ausruf, schliesslich auf den Punkt brachte.

Torbol: ‚Oje oje, Streit und Zwietracht wohin man schaut!‘

Kelko: ‚Ich habe wirklich keine Lust mehr! Ich beende jetzt die Grenzerstunde! Ich habe für heute genug!‘

So endete diese Grenzerstunde wahrlich auf keiner harmonischen Note und alle zogen ihrer Wege, ungewiss darüber, was sie am nächsten Dienstag erwarten würde.

Beuno: ‚Mal sehen, ob es nächste Woche überhaupt noch eine Grenzerstunde gibt!?‘

Beuno Willowtree für den Auenland Boten

7 Gedanken zu „Grenzerbericht: 'Zwergenbesuch und Zwist um Lokalpolitiker Tronald Dump' (28.01.2020)

  1. Bravo, Grenzer Birnhaag! Wie schon an anderer Stelle in diesem Blatt bemerkt, tun Grenzer nichts unrechtes! Wer böswillige Gerüchte verbreitet, die Panik und Mißtrauen gegenüber angesehenen Geschäftsleuten schüren sollen, darf sich nicht wundern, im Interesse der Allgemeinheit in Haft genommen zu werden. Zwerge, die ja Experten für Metalle sind, versichern, daß das Bleilot der Dosen völlig unbedenklich ist.

    Die Kanzlei Wühler, Winkel & Partner möchte an dieser Stelle Herrn Birnhaag antragen, pro bono, d.h. unentgeltlich zum Wohle der Allgemeinheit in seinem Namen Klage zu führen gegen jedwede Verbreitung von Verleumdungen bezüglich Amtsmissbrauch und Korruption gegen seine Person.

    Des Weiteren müssen wir im Interesse der öffentlichen Sicherheit etwaigen losen Mundwerken zu bedenken geben, daß Herr Birnhaag bekanntlicherweise eng mit diversen Zwergen befreundet ist, und dass niemand im Auenland die Verantwortung für etwaige Reaktionen besagter Zwerge in Hörweite solcher Aussagen übernehmen kann. Zwerge sind nun einmal von reizbarer und gewalttätiger Natur. Daher warnen wir vor der Tätigung von Aussagen, die zu Tragödien führen könnten, die wir alle am Ende bereuen würden.

    Gefällt 1 Person

  2. Der Herr Weissfuß hat mir aufgetragen dass ich wegen des Vorwurfs des Amtsmissbrauch die Grenzer zu mir beordern solle. Mit vorläufiger Suspendierung und allem.
    Wenn schon im Auenlandboten davon berichtet wird muss ja was dran sein.
    Gez. Bodo Bunce

    Liken

  3. Es ist traurig, wie wenig Respekt den Grenzern und Bütteln, die unsere Verteidigung gegen wilde Bestien und Gelichter darstellen, entgegengebracht wird. Grenzer Birnhaag hat recht gehandelt, einen Volksverhetzer wie Herrn Dump, der die Verhältnisse in unserem schönen Auenland in Unordnung stürzen will, wegzusperren.
    Ich sehe nur leider das Problem, daß es niemand gibt, der in solchen Fällen das Wort für die Büttel und Grenzer ergreifen kann. Die meisten davon sind nunmal landlose jüngere Söhne von Kleinbauern oder gescheiterte Existenzen, daher braucht es jemand von Stand und Ansehen, der für die Grenzer und Büttel sprechen kann, und dessen Wort auch in der Gesellschaft Gewicht hat. Ein solcher, nennen wir die Position einmal vorläufig ‚Oberst‘, würde den Umgang zwischen den tapferen Verteidigern des Auenlandes auf der einen und den Behörden und der Bevölkerung auf der anderen Seite harmonischer gestalten helfen!

    Liken

  4. Ohwei! Aber diesesmal war Geomee nicht schuld an dem Tumult. Einerseits verstehe ich den Faro und seine Reaktion. Andererseits, wäre es geschickter gewesen, wenn ein anderer Grenzer diesen Dump verhaftet hätte. Kelko wäre als ranghöchster anwesender Grenzer sicher geeigneter gewesen. Alleine schon um den Vorwurf von Faros Amtsmisbrauch nicht aufkommen zu lassen.

    Meine Elbenmama ist Goldschmiedin und konnte mir sagen, daß Blei tatsächlich giftig ist. Lebensmittel, deren Verpackung oder Wasserrohre sollten nicht dieses Metall enthalten.

    Als Törtgourmet sage ich, Törtchen sollten möglichst Frisch nach dem Backen verspeist werden. Ein Törtchen in einer Dose oder einem Weckglas erneut zu erwärmen raubt ihm Aroma, Konsistenz und Duft. Im grunde Tötet man damit die betroffenen Törtchen. Die einzig gute Methode ein Törtchen zu töten besteht darin, es frisch zu mampfen. Ich finde es erschreckend, daß ausgerechnet Hobbits den hohen Wert frischer Nahrung nicht mehr schätzen.

    Liken

    1. Törtchen in Dosen, andere Backwaren oder Fleisch in kleinen Schachteln … Wo soll das noch hinführen? Am Ende gibt es dann wohl noch ein Wirtshaus, wo man an die Theke heranreiten oder mit dem Karren vorfahren kann, um seine Bestellung entgegenzunehmen!

      So etwas will doch keiner!

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s