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Zwergische Kultur im Mathomhaus des Südviertels

Endlich war es am 27. Tag des Nachjul wieder so weit, werte Leser, die Eröffnung einer neuen Ausstellung im Mathomhaus des Südviertels stand an und Bubikopf, der unermüdliche Mathomsammler, hat wieder einmal ganze Arbeit geleistet.

Die Ausstellung ist dieses Mal voll und ganz den Söhnen Durins gewidmet und so wundert es nicht, dass neben vielen wissbegierigen Hobbits auch Fürst Kriso von Durins Faust der Gerechten nebst einer großen Entourage erschien.

Schon im Garten des Anwesens wurde man von den Ausstellungsstücken geradezu „erschlagen“, werte Leser. Stein, Stein und noch mehr Stein.

Während mein Faro spaßend auf einem der Ausstellungsstücke herumkraxelte und verkündete „ICH BIN THORIN KÖNIG UNTER DEM BERG“, füllte sich der Garten mit Besuchern. Es wurde schon über das eine oder andere Ausstellungsstück diskutiert und jeder versuchte jeden zu begrüßen, so dass Bubikopf, als er dann ankam, kaum zu verstehen war.

„Schön EUCH alle zu sehen hihi, hat ja die Bekanntmachung doch gereicht“

Nachdem Bubikopf alle begrüßt hatte, begann er mit einer dankenswert kurzen Rede. Unser Bubi ist eben ein Hobbit der Tat und nicht der großen, aber dann zumeist leeren Worte.

„Zunächst noch einmal herzlich willkommen bei der Ausstellungseröffnung am heutigen Abend. Ich freue mich sehr, dass ihr alle Interesse zeigt an den Dingen, die die Zwerge wertschätzen. Ich bin sicher, wir können alle noch etwas über sie dazulernen und da wo mein Wissen nicht ausreicht, dürfen unsere Ehrengäste von Durins Faust noch gern ergänzen. Also mal eine Ausstellung im Sinne der Völkerverständigung. Mögen wir also alle einen schönen Abend haben und nun hören wir meine liebe Freundin Mairad.“

Ich griff zur Laute und gab mein Mathomhauslied zum Besten und den Zuhörern schien es zu gefallen.

Und dann begann Bubikopf, tatkräftig unterstützt von Herrn Bazaghal, einem weitgereisten Zwerg aus dem Gefolge Fürst Krisos, mit der Führung.

„Wenn wir uns einmal alle Exponate draußen anschauen, haben sie in der Tat alle mit den Zwergen zu tun. Es fällt sicherlich jedem auf, dass sehr viele Statuen hier stehen, auch jene die schon von vorigen Ausstellungen noch stehen. Die Zwerge ehren in Stein, der ewig halten soll, ihre großen Vorfahren, meist Könige Aber nicht nur Könige auch große Helden bekommen eine Statue, mal schauen ob ihr alle Könige die hier stehen, erkennt.“

Gemeinsam machten sich alle auf zu ersten, sagen wir einmal „kleinen Statue“, die gleichwohl aus Hobbitsicht sehr groß und prächtig ist.

Bubikopf zeigte auf das Standbild und sagte mit einem breiten Lächeln: „Den hier sollten vor allem Durins Fäuste sehr gut kennen. Er hat eure Halle erbauen lassen, nahe eurer Siedlung“

Während Torbol vermutete, es handele sich um König Kurti, wer immer das ist, und die liebe Tunvil einräumte, dass sie nichts von Zwergen verstehe, ergriff Herr Bazaghal das Wort und erklärte: „Das ist Thorin Eichenschild! Ein Denkmal für Thorin Eichenschild und seine zwei Neffen Fili und Khili.“ Bubikopf, ein Zwergenkenner unter den Hobbits ergänzte: „Also ein König der sich einen Namen gemacht hat in der Schlacht der 5 Heere, aber auch für das Finden und Erbauen einer neuen Heimat für Zwerge aus dem Exil.“

Weiter ging der Rundgang, vorbei an einem riesigen Kristall aus Dracheneis, das niemals schmilzt, zu einer Statue, in der, wenn sie ein Smial wäre, eine ganze Hobbitgroßfamilie wohnen könnte.

Wieder stellte Bubikopf die Frage, welcher König dort wohl dargestellt sei und erläuterte mit Stolz in der Stimme die Statue sei ein maßstabgerechter Nachbau des Originals in den Eisenbergen, wo immer das auch sein mag.

Bubikopf erklärte, nachdem die anwesenden Nicht-Zwerge vergeblich herumgerätselt hatten: „Das soll König Dain Eisenfuss sein, der Nachfolger von Thorin Eichenschild als König unter dem Berg. Die Frage warum die Zwerge so groß bauen, können wir gern noch später erörtern. Solch große Statuen, wie auch diese Obelisken, markieren oft Wege und Grenzen der Zwerge.“

Die Gäste staunten ob der Ausarbeitung der Statue und auch darüber, wie es Bubikopf wohl geschafft haben kann, diese Steinmassen in das Südviertel zu bringen.

Der fragliche Obelisk, ein wunderschön ausgearbeiteter Weg-Stein, mit wertvollen Goldeinlagearbeiten gefiel nicht nur mir sehr gut, werte Leser, auch Tunvil war sehr angetan davon. Ich denke, dass Thorwien bald beauftragt werden wird, einen solchen zu beschaffen.

Herr Bazaghal bestätigte noch: „Der Obelisk ist eine Wegmarkierung, mit der man über die Ferne gut abschätzen kann, wo gut Erz geschürft werden kann. Man kann selbstverständlich auch daran Karten sehr gut vermessen“

Und dann kam das Stück, das bereits alle ausgiebig bewundert hatten und immer wieder die Lore haben im Kreis fahren lassen. Bubikopf erklärte „Den Nachbau der Minenlore habt ihr schon bewundert als ich kam, voll funktionsfähig dieser Nachbau.“

Allerdings waren alle sich einig, dass dieser Nachbau mit den riesigen Quarzen, die aus sich selbst heraus zu leuchten schienen, wunderschön, ja geradezu großartig ist und doch könnte die Lore ein paar Tropfen Öl gebrauchen, weil die quietschte, wie eine Katze, der man auf den Schwanz getreten ist.

Herr Bazaghal erläuterte „Das sind Kristalle, mein Lieber, die findet man ab einer Tiefe von etwa 200 Fuß unter der Erde, wenn man im richtigen Gebirge gräbt.“

Auf dem weiteren Rundweg kamen wir an dem Bau von Nanu, der mathomhauseigenen, zahmen Mini-Schindkröte vorbei, die neugierig aus dem Bau stapfte, um alle Anwesenden mit einem herzlichen Fauchen zu begrüßen.

Die nächste, kleinere aber sehr fein gearbeitete Statue zeigten Balin den V. wie Herr Bazaghal erläuterte.

Bubikopf fuhr fort: „Das Vorbild der Statue war im grauen Gebirge zu finden, also ist der Balin den wir kennen ein Balin mit einer weit höheren Ziffer.“

Traurig und voller Erfurcht erklärte Herr Bazaghal: „Er starb bei einem Drachenangriff wie so viele Könige und andere gute Zwerge. Er war zu erfolgreich das Gold lockt Drachen an“

Die nächste Statue erweckte mein besonderes Interesse, ein Rabe aus verschiedensten Steinarten kunstvoll gemeißelt.

Wieder hatte Bubikopf die Erklärung parat: „Die Zwerge von Durins Volk haben seit jeher gute Beziehungen zu den Raben. Einige von ihnen sprechen auch. Deswegen wird diese Freundschaft durch solche Werke aus Stein an verschiedenen Stätten der Zwerge geehrt.“

Herr Bazaghal wirkte plötzlich sehr mürrisch ja fast feindselig als er sagte „Ich hoffe für euch das es ein Leihwerk ist.“

Nach Bubis Versicherungen, dass es sich um einen Nachbau handelt, führte Herr Bazagahl aus: „Im Erebor gibt es einen Hügel. Wir nennen ihn den Rabenhügel. Dort lebte einst Carc, ein alter Rabe der selbst des Westron mächtig war. Dort lebten die Raben in Kooporation mit den Zwergen. Sie dienten uns als Boten für Nachrichten zu unseren anderen Reichen.“

Auch die kleinere Statue von König Dain wurde gebührend bewundert und Torbol erklärte, dass, soweit er wisse, Dain für die Zwerge sei, was der alte Bullenrassler für uns Hobbits sei.

Herr Bazahlgal erkärte, dass Köng Dain ein Kriegsheld gewesen ist: „Er erschlug Azog vor den Toren von Khazad Dum.“

Den Mallorn des Mathomhauses, eine großzügige Gabe der lieben Maeral, ließen wir an diesem Tage sozusagen links liegen und widmeten uns der beeindruckenden Esse, in der die Kohlen rot glühten. Bubikopf lächelte wissend, als er sagte:  „Kennt jemand einen Zwerg, der nicht das Schmiedefeuer liebt, der nicht den Klang von Stahl auf Amboss liebt? Ich glaube ohne Schmiede und Esse würde man eine Siedlung auch kein Zwergenheim nennen.“

Nun, werte Leser, ich nicht und da ich selbst in den blauen Bergen gelernt habe, habe auch ich diese Esse bewundert. Ein prachtvolles Stück.

Natürlich wusste Beuno wieder etwas dazu zu sagen: „Wahrlich ein Hochofen, da passt der Baum ja senkrecht rein. Das wäre was für Smialtörtchen…da brauchen die Brötchen nur 3 Sekunden.“

Dann machte sich die Gesellschaft auf den Weg ins Mathomhaus.

Ich konnte meinen Augen nicht trauen, als ich sah, wie auf dem Weg nach drinnen, Herr Bazaghal einige von Goldmünzen an der Tür einsteckte. Man sagt ja, dass Thorin wie schon sein Vater vom Goldfieber befallen war, leidet auch Herr Bazaghal darunter?

Drinnen angekommen schimpfte Beuno voller Entrüstung „Wer hat da an die Wand gekritzelt.“ und zeigte auf eine wunderschöne aus sich selbst heraus leuchtende Gravur.

Bubikopf erklärte „So sieht der Westeingang zu den Hallen von Khazad dum aus. Eine versteckte Tür die sich mit einem Zauber nur öffnet.“ während Torbol und mein Faro wie aus einem Munde riefen „Das ist das Hulstentor.“

Herr Bazaghal fügte ehrfürchtig hinzu: „Selbst der Nebel des Hulsten scheint wie von Magie am Ithildin zu hängen.“

Am Rande der Ausstellung kann es zu einigen Wortwechseln zwischen Herrn Bazaghal und Herrn Valimaro, die zu beweisen scheinen, dass die Animositäten zwischen dem schönen Volk und den Söhnen Durins nicht völlig der Vergangenheit angehören. Natürlich kann es auch sein, dass die beiden einfach freundschaftlich sticheln wollten.

So oder so, werte Leser, wenn ein Redakteur des Boten anwesend ist, dann muss man auch damit rechnen, dass dieser etwas aufschreibt, oder?

Valimaro mit Blick auf die Gravur: „Wie schön es nachempfunden ist. Eine tolle Arbeit der Elben.“

Bazaghal energisch und laut: „Schwachsinn! Der Zwerg Narvi hätte nie so einen Unsinn auf eine Tür als Passwort geschrieben. Er war ein Freund Celebrimbors müsst ihr wissen. Die Worte sagen sprich Freund und tritt ein. Ein altes Elbenrätsel haha!“

Valimaro mit schneidemden Tonfall „Mein Volk hat dies gefertigt…. Mellon.“

Bazaghal mit Kopfschütteln: „Das Ithildin nicht die Runen Elb!“

Valimaro mit einem Seufzen: „Ja, das ist ja die Tür, Zwerg.“

Lassen wir jedoch ab von den beiden Streithähnen und wenden uns wieder der Ausstellung zu.

Während alle die Kunstschätze bewunderten, schien es Veryty und Torbol besonders die Schatztruhe angetan zu haben. Ist dieses Goldfieber ansteckend?

Das nächste Exponat ist der große und pachtvolle Zwergenthron, der schon in der letzten Ausstellung gezeigt wurde. Während Herr Kriso ausführte, dass er zwar prächtig aber alles andere als gemütlich sei, war Tunvil ein, dass er das ja auch nicht solle, er solle „krönen“ und Vahalla, die nette Elbendame probierte den Thron gleich selbst einmal aus.

Auch die Kampfrüstung der Zhelruka wurden gebührend bewundert.

Bubikopf erklärte: „Schuppenhemd, Spitzhelm, Kampfschild mit überlagerndem Stahl und meist eine Axt oder einen Krummsäbel.“

Auch glitzernde Exponate waren zu bewundern, wie ein großer Edelstein in einer Holzfassung an der Wand und Bubikopf wusste dazu zu berichten „Geschliffene Edelsteine sind bis heute große Schätze der Zwerge die jedes Volk liebt. Dieser hier ist auch aus dem grauen Gebirge, von Mairad sehr fähig geschliffen.“

Auch die ausgestellten Zwergenwaffen wurden gebührend bewundert. Torbol warf ein altes Zwergensprichwort in dem Raum „Das passt wie die Axt in den Eimer.“  und Herr Bazaghal war nicht wenig verwundert, dass ein Hobbit dieses Sprichwort kennt.

Bubikopf pries die legendäre Haltbarkeit der Waffen:  „Viele Zwergenwaffen kann man nach mehreren Tausend Jahren noch für denselben Zweck nutzen.“

Auffällig waren auch die vielen leuchtenden Kristalle, eine Besonderheit aus den Hallen der Zwerge.

„Was mich aber nach wie vor fasziniert, ist auch die Beleuchtung solch großer Hallen im ewigen Dunkel, mit nur wenig Licht wird alles erleuchtet durch Verwendung solcher Kristalle hier.“  Erklärte der Meistermathomsammler.

Besonders wies Buikopf auf die Möbel aus Obsidian hin, werte Leser. Einem Stein, der sehr schwer zu bearbeiten ist, da man ihn nicht meißeln kann sondern spalten muss wie Schiefer, nur dass er um vieles härter ist.

Tunvil äußerte hinsichtlich des Bettes aus massivem Obsidian Bedenken, dass es zu hart sein könnte, was sich nach Probeliegen auch bestätigte. Nun Zwerge haben da andere Maßstäbe, wie ich weiß.

Mir selbst hatten es der Schreibtisch und der Stuhl aus Obsidian und auch die Wand-Reliefs besonders angetan, werte Leser. Wunderschön und eine beachtliche Handwerksarbeit.

Zwergische Gemälde runden den stimmigen und zwergischen Gesamteindruck der Ausstellung ab.

Beinahe hätte unser Beuno, ewig vorlaut und nie ohne Fäkalwitz, mit der hingeworfenen Bemerkung beim Blick auf eine wundervolle Tür, Ärger mit Herr Bazaghal bekommen. „Ist das die Tür zum Abtritt“ ist nicht die richtige Bezeichnung für die Nachbildung der Tür zu einem „Heiligtum der Zwerge“, der Kammer von Mazarbul, der Kammer der Gesetze und Chroniken im Herzen von Khazad Dum. Nun, Herr Bazagahl konnte Beuno gerade noch einmal verzeihen.

Staunend und schauend wandelten die Besucher noch einige Zeit durch die Hallen des Mathomhauses, bis sich die Gesellschaft fröhlich verabschiedete.

Danke für diese tolle Ausstellung lieber Bubi und Ihr, werte Leser, und wenn Ihr in der Gegend seid, macht einen Abstecher nach Finkhopfen, Bachuferstraße 4, es lohnt sich.

Mairad Birnhaag für den Auenlandboten

5 Gedanken zu „Vemu ai-menu! Tan matu selek lanun naman

  1. Wow, grossartiger und schön ausführlicher Bericht, liebe Mai! Ich war ja auch vor Ort und kann nur sagen, dass Du alles perfekt eingefangen hast! Grosses Lob, für deine Schreibkunst! 😀

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  2. Ein umfassender und toll geschriebener Bericht liebe Mai, diese Ausstellung von Herrn Bubikopf muss der „Hammer“ gewesen sein. Danke, dass du soviele Sachen im Detail mit Skizzen beschrieben hast, liest sich sehr gut!

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