Backe, Backe Brot – Ein lehrreicher und lustiger Abend mit dem 'Verbund für Hobbitisches Brauchtum'

Es war strahlender Sonnenschein, als ich mich, ‚bewaffnet‘ mit meinem besten Nudelholz, ein paar ‚Notalfall‘-Balger im Brötchen und 2 Zwiebeln und Speck am Abend des 9. Solmath auf den Weg in die Backstube meines lieben Faro machte, um mit dem „Verbund für Hobbitisches Brauchtum“ zu backen.

Vor dem Smial standen schon Fräulein Erdina Erdinger und unsere Brumsel Gerstfeld, und da Faro noch ein wenig Zeit für die Vorbereitung brauchte, nutzten wir die Zeit für ein wenig Musik, weil Musik geht immer.

Nach und nach kamen noch Beuno, Tulpeline natürlich und Bango dazu und der Verbundabend konnte beginnen.

Der Tisch war bereits vollgestellt mit Zutaten und wir schauten mit großen Augen vor Erwartung zu Faroweis, weil wir ja nicht wussten, wie es weiter gehen würde.

Als Faro alle begrüßen wollte, drängte sich Beuno vor „Ich bin das Gehirn von Smailtörtchen“, was Faroweis locker mit: „Du bist heute nicht im Dienst“ quittierte.

Sodann ergriff Tulpeline das Wort und wie immer schockte die Vorsitzende des Verbundes für Hobbitisches Brauchtum die Gäste mit einem Scherz: „Herzlich Willkommen zum Käfer Backen, schön dass ihr alle da seid.“

Während Erdina und auch Brumsel erschauerten mussten Beuno und ich lachen, wir kennen ja Tulpis Scherze.  

Dann übergab Tulpi das Wort an meinen Faro:

„Nun, dann bitte ich um eure Aufmerksamkeit, heute sind wir hier zum Backen. Heute backen wir alle gemeinsam ein ganz besonderes Brot. Lecker und nahrhaft, gerolltes Gemüsebrot.“

Das ganze Rezept findet Ihr am Ende des Berichts werte Leser.

Faro teilte die 6 Brotback-Aspiranten in zwei Mannschaften ein, Beuno, Erdina und Brumsel in die eine und Tulpi, Bango und meine Wenigkeit in die andere. Dann erklärte Faro das Rezept und die Zutaten und wies jeder Mannschaft einen Raum zu, in dem man zusammen das Brot zubereiteten sollte. Für die Sieger dieses Backwettbewerbes lobte Faroweis diverse Küchenmöbel aus.

Da ich ja in der einen Mannschaft war, kann ich also nur sagen, was ich von der anderen Mannschaft so gehört habe und manches, was ich da so hörte war, sagen wir einmal, besorgniserregend.

Während Tulpeline sich daran machte, geradezu vorbildlich die Hefe zu zerkrümeln, machte ich mich in der Bäckerei auf die Suche nach einem sauberen Leinentuch, weil jeder weiß, dass man Teig, den man einrollen will, am besten auf einem Leinentuch ausrollt, dann kann man es besser rollen.

Beuno hatte kurzerhand seine Mannschaft zur „Bockland-Mannschaft“ erklärt. Wir haben uns hingegen solche Kinkerlitzchen gespart und uns auf das Backen konzentriert.

Während Bango den Vorteig ansetzte und Spaß dabei hatte, zu matschen, wie er es nannte, diskutierte Brumsel noch laut und vernehmlich mit Beuno, dass sie keine Bockländerin sei während Erdina, die wohl beim Rezept nicht zugehört hatte, erklärte, dass man mit Essig aufpassen müsse, weil das Hirschhornsalz dann immer zu schäumen anfange.

Während Bango den Teig schon sehr sehr gut geknetet hatte, schienen im Nebenraum immer noch Zweifel daran zu bestehen, mit welcher Zutat man anfangen sollte, um zum Schluss alles auf einmal in den Topf zu geben und endlich damit anzufangen, den Teig durchzukneten.

Wir waren so weit fertig mit dem Teig, als ich hörte, wie Beuno sagte, dass er nun das BoGü-Fett in den Teig tun wolle. Im Rezept stand ja das gute Apfel-Öl und nichts von BoGü Fett. Ich erschauderte.

Nachdem Faroweis beide Teige kontrolliert hatte und Bango ein paar Kekse für Zwischendurch ergattern konnte, hatte unserer Mannschaft den ersten Punkt bekommen und Faro gab die weiteren Anweisungen.

Das Gemüse, also die Tomaten und die Paprika, sollten geschnippselt, angebrachten und mit dem Schnittlauch vermischt werden.

Wie begannen schon kräftig mit dem Schnippeln während Beuno immer noch lamentierte, dass der Teig mit BoGü Fett viel besser geworden wäre und er auch einen Punkt bekommen hätte.

Tulpeline kümmerte sich um die Paprika, ich nahm mir die Tomaten vor, die ich natürlich häutete und entkernte und Go kümmerte sich perfekt um den Schnittlauch.

Während unser Essperte damit begann, das Gemüse anzubraten, machten wir uns auf die Suche nach Gewürzen, Tulpi entdeckte Parikapulver und schlug vor, die Gemüsemischung damit zu verfeiner, während ich noch eine Zwiebel unter das Gemüse gab und natürlich Salz und Pfeffer. Schlussendlich meinte Tulpi, dass auch ein wenig Knobi nicht schaden könne und natürlich kann er das nicht.

Während wir uns entschieden hatten, das Gemüse in sehr kleine Stücke zu schneiden, entschied sich die andere Mannschaft für größere Gemüsestücke.

So, wie es roch, hatte die andere Mannschaft sich entschieden, die Gemüsemischung mit Thymian zu verfeinern.

Während Faro die Gemüsemischung abschmeckte und für gut befand, begann ich, den Teig auf einem weißen sauberen Leinentuch, das ich zuvor mit Mehl bestäubt hatte, dünn und gleichmäßig auszurollen.

Da die Gemüsemischung erst einmal ein wenig abkühlen musste, konnten wir alle eine Pause einlegen und uns den einen oder anderen Keks zu Gemüte führen und auch meine Notfall-Balger im Brötchen fanden Verwendung, um Bangos ärgsten Hunger zu stillen.

Die gelungene Gemüsemischung brachte uns den zweiten Punkt ein.

Und dann ging es an das Rollen, das Dank des Tuches auch sehr gut klappte. Aus dem Nebenraum konnte ich hören, dass es ohne das Tuch nicht so einfach von der Hand ging.

Tulpeline und Bango suchten während ich das Brot rollte in den Schränken der Backstube nach etwas, um die Kruste des Brotes zu verfeinern und siehe da, Tulpi kam mit Kürbiskernen und Bango mit Sonnenblumenkernen zurück. Also wurden beide Kernsorten auf das Brot gestreut, bevor es im heißen Backofen verschwand.

Das Backen nimmt ja immer ein wenig Zeit in Anspruch, werte Leser, also war Zeit für einen Tee, ein Liedchen und ein wenig Geplauder.

Als beide Brote aus den jeweiligen Öfen gezogen wurden, duftete es herrlich in der Backstube.

Wir platzierten die Brote auf dem großen Tisch und Faroweis begann mit der Bewertung, unter großem Lamentieren von Bango, der am liebsten natürlich sofort alles gern selbst probiert hätte. Erdina hingegen schien leicht beschwipst zu sein, als habe sie sich aus Verzweiflung über das schlechte Abschneiden ihrer Mannschaft den einen oder anderen Schluck genehmigt und begann damit, zu sticheln, dass ihr Team ja gar nicht gewinnen könne, weil ich ja die Ehefrau des Preisrichters sei und alles sei deswegen sowieso Makulatur. Ach liebe Erdina, da kennst Du meinen Faro aber schlecht, er ist ein grundehrlicher Hobbit und wenn meine Mannschaft nicht gut war, war es nicht gut und dann hätten wir auch nicht gewinnen können, ganz bestimmt.

Bei dem Brot der anderen Mannschaft viel mir sofort auf, dass es wunderbar nach Kräutern duftete und mit grobem Salz bestreut war, auch eine sehr gute Idee für eine Abwandlung, werte Leser.

Leider war es nicht ganz richtig aufgegangen, sodass es ein wenig flach geblieben war, was Faroweis auch bemängelte. Aber geschmacklich gab es an dem Brot der „Bockland Mannschaft“ ganz und gar nichts auszusetzen.

Das Brot von meiner Mannschaft war gut durchgebacken und die Körner waren auch schön braun und knusprig geworden, sodann wir Smialhoch mit drei zu null Punkten gewannen.

Faroweis überreichte die Gutscheine für die Preise und die „Bockland Mannschaft“ beschwerte sich weiter über eine angebliche Manipulation.

Was nun folgte, werte Leser, war klar. Es wurde Butter und Kräuterbutter auf den Tisch gestellt und wir machten uns über die Brote her.

Es war ein wundervoller Abend, werter Leser. Mein Dank gilt besonders meinem Gatten Faroweis und der ehrenwerten Tulpeline für die hervorragende Organisation.

Natürlich möchte ich Euch das Rezept nicht vorenthalten, werte Leser. Es handelt sich um das Grundrezept, Abwandlungen sind immer möglich.

Für den Teig braucht Ihr:

1 kleine Portion Weizenmehl (300g)

Etwas Dinkelmehl (200g)

½ Portion Hefe (5g)

1 Teelöffel Zucker

1 Teelöffel Salz

2 Esslöffel bestes Auenländer Apfel-Öl (Olivenöl)

1 Krug lauwarmes Wasser (375 ml)

Für die Füllung:

2 Paprikaschoten nach Wahl

2 Karotten

5 getrocknete Tomaten, getrocknete

1 Esslöffel Öl

Salz und Pfeffer

1 Bund Schnittlauch

Etwas Mehl für die Arbeitsfläche

Etwas Fett für das Backblech

Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Teig knetet Ihr einen schönen geschmeidigen Hefeteig. Der wird dann am besten, wenn Ihr ihn mindestens 15 Minuten lang knetet, damit er richtig schön geschmeidig wird. Der Teig muss dann die Hälfte einer Stunde an einem warmen Ort gehen.

Die Gemüse werden geputzt, klein gewürfelt und dann in Öl angebraten. Ihr könnt das Gemüse nach Belieben würzen oder auch ergänzen.

Während das Gemüse auskühlt, rollt Ihr den Teig schön flach aus, sodass sich ein Rechteck bildet. Auf dieses gebt Ihr die Gemüsemischung und verteilt sie gleichmäßig. Achtung, lasst Außen immer einen Rand von 3 Fingerbreiten, damit man das Brot auch gut rollen kann.

Dann wird das Brot gerollt und auf ein Backbleck gelegt, das gut eingefettet sein sollte. Dann kommt das Brot en wenig mehr als die Hälfte einer Stunde in den heißen Backofen (35 Minuten bei 220 Grad).

Guten Appetit!

Mairad Birnhaag für den Auenland Boten

4 Gedanken zu „Backe, Backe Brot – Ein lehrreicher und lustiger Abend mit dem 'Verbund für Hobbitisches Brauchtum'

  1. Toller Bericht, liebe Mai und sogar mit dem wunderbaren Rezept! Alle Achtung! 🙂 Ja, wir vom ‚Bockland-Team‘ hatten nicht gerade unseren besten Tag, wie ich im Nachhinein zugeben muss, aber ein 0 zu 3 war schon heftig! 😦

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  2. Das ist ein wirklich toller Bericht liebe Mai, ich habe das sehr genossen, ihn zu lesen und musste ständig lachen, so viel Witz hast du dort hineingepackt, echt klasse! Schade, dass ich das verpasst habe, die beiden Gruppen scheinen fabelhaft gebacken zu haben. Wirklich fein!

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