Frag Oma Tagetes

Manche Sachen machen mich sprachlos, Kinder. Da denkt man nichts Böses, wenn die Enkelin mit der Urenkelin auf dem Arm rein kommt und die Redaktionspost auf dem Tisch legt und was findet man da, einen Brief, auf gutem Pergament, mit Siegelwachs verschlossen und mit, wie soll ich das sagen, so viel Dummheit drinnen, dass allein das Lesen schon weh tut. Also denn Herr – hm – nennen wir ihn einfach einmal G.Rößenwahn schreibt:

Frau Flinkfuss,

In Euch erkenne ich eine Seelenverwandte, einen Hobbit der alten Schule! Auenland Zuerst! Wir Hobbits müssen zusammenhalten! Überall fällt das Fremde in unsere geliebte Heimat ein, Zwerge, Elben und schlimmeres! Und wir müssen alle aufrütteln. Auenland zuerst! Und daher mein Appell an Euch als aufrechte Hobbit, unterstützt den ehrenwerten Tronald Dump. Auenland den Hobbits!

Ein besorgter Hobbit

Nun denn, meine Lieben. Wo soll ich anfangen? Ach ja. WELCHER ORK HAT DICH DENN GERITTEN MIR SO EINEN BRIEF ZU SCHREIBEN?

Seh ich aus, als hätte ich was gegen Elben oder Zwerge. Einige gute Freunde von mir sind Zwerge und meine Mai hat bei Zwergen gelernt! Ja die sind anders, aber anders ist nicht schlechter. Wer immer auch diesen Brief geschrieben hat, der ist auch anders als ich, da gehe ich jede Wette darauf ein. Und ich hab bestimmt mehr mit der netten Frau Wintermond, Mensch, gemeinsam als mit diesem ……. (das schreibe ich nicht aus, ich will ja meine Mai nicht in eine schwierige Situation bringen).

Herr Briefschreiber, das muss ein Herr sein, weil wir Frauen machen so einen Unsinn nicht, wir sind anders gemein, was soll das? Auenland zuerst? Vor was? Vor dem ersten Frühstück? So ein Unfug. Soll ich nun, weil es Dir nicht gefällt, den netten Herrn Kirgon, ein Zwerg der mehr Ehre im kleinen Finger hat als dieser Tronald im ganzen Leib, wegjagen? Hast Du noch alle Törtchen in der Speisekammer?

Versuch doch mal, über den Rand Deines Bierkruges hinweg zu sehen. Nicht alles was anders ist, ist schlecht! Es ist auch nicht deswegen gut, weil es anders ist. Aber das Auenland wäre nicht mehr dasselbe ohne die Auswärtigen. Keine Musik von den Mondbarden mehr, kein tolles Zwergenspielzeug mehr für die Kinder, kein Lembas mehr für Bango und die Liste kann ich weiter schreiben, bis die ganze Zeitung voll ist.

Also Herr Briefschreiberling, sag dem ehrenwerten Dump mal schöne Grüße von mir, wenn er in der die Nähe meines Smials kommt, dann rufe ich Rosine, die Wächterin der Goldschmiede und dann lernt er mal das Laufen.

Tagetes Flinkfuss als Gastredakteur für den Auenland Boten

4 Gedanken zu „Frag Oma Tagetes

  1. Wir Hobbits waren im Auenland auch mal zugereiste Fremdlinge. Und es ist gut, daß man uns nicht vertrieben hat. Zwei meiner Mamas sind Elben und ganz dolle lieb. Der Olo und die Fayth sind auch meine Freunde genau wie Tante Tunvil. Auch wenn der Kirgon etwas empfindlich ist, weil ich mal seinen Bart bekleckert hatte, ist er doch ein anständiger Zeitgenossen. Und ich traf auch schon richtig nette Zwerge. Und Beunolein ist Bockländer, den habe ich ganz dolle gerne. Und ich selber bin auch keine Auenländerin. Ich finde es nicht gut, daß dieser Dump im Auenland Stimmung gegen Nichtauenländer mach. Schlichte Gemüter könnten auf sein Geschwätz hereinfallen und ihm Macht geben. Das finde ich erschreckend.

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