Winzige Pfote ermittelt… im Bann des Kuchenschrecks Teil 3 (4)

Nachbarschaftsermittler Fipro Winzig aus Hafergut, Evendim

„Liebe Leserinnen und Leser,

in der heutigen Episode möchte ich Dir den dritten und letzten Teil unseres ersten Falls erzählen, den ich in liebevoller Erinnerung als „Kuchenschreck“ bezeichnet habe.

Wo war ich vor zwei Wochen dabei eigentlich genau stehen geblieben? Ach ja richtig, ich erinnere mich wieder, ich war gerade dabei, Dir zu schildern, auf was ich im Begriff war, im Garten der Schubers zu stoßen.

Es begab sich also, dass ich die Hand an das graue Laken gelegt hatte, das den kleinen Handkarren im Garten bedeckte und ich gerade drauf und dran war, dieses Laken zurückzuziehen, als plötzlich Pfote neben mir begann, laut zu knurren.

Ich wusste noch gar nicht, was hier eigentlich los war oder wie mir geschah, da hatte mich Carl Schuber auch schon im Nacken am Schlafittchen gepackt und schüttelte mich hin und her während er wütend zu mir sprach.

Carl Schuber: „Was zur Sense hast Du hier zu suchen, Fipro? Du solltest doch mit Deinem Hund Pfote spielen gehen, damit war allerdings nicht mein Garten gemeint, falls Dir das nicht klar gewesen sein sollte, Du Lausebengel!“

Pfote knurrte angespannt, tat aber nichts, womöglich, um die Situation zwischen uns Hobbits nicht unnötig eskalieren zu lassen.

Fipro Winzig: „Pfote hat hier eine Spur aufgenommen, die uns in Euren Garten führte.“

Carl Schuber lockerte seinen Griff leicht verdutzt und ließ mich schließlich los. Dann sagte er:

Carl Schuber: „Und was sollte ich hier bitte in diesem Karren zu verbergen haben?“

Pfote schnüffelte derweil wieder aufgeregt am Handkarren, der immer noch vom grauen Laken bedeckt wurde, und nun ließ ich meiner Vermutung doch freien Lauf, es sprudelte nur so aus mir heraus:

Fipro Winzig: „Geben Sie es doch einfach zu, dass Sie derjenige sind, der die Marzipantorte von Frau Zwilber gestohlen hat!“

Verwundert ob meiner Worte kniff Herr Schuber die Augen leicht zusammen und fragte mich dann:

Carl Schuber: „Wie kommst Du denn darauf?“

Fipro Winzig: „Ganz einfach, Sie haben sich vorhin bei der Verabschiedung eindeutig verraten gehabt! Ich hatte Ihnen nämlich gar nicht erzählt, dass Frau Zwilber diejenige Hobbit ist, die Ihre Torte vermisst!“

Leicht resignierend trat Herr Schuber ein paar Schritte rückwärts und schnaubte kurz aus, bevor er Folgendes sagte:

Carl Schuber: „Das ist wahr. Aber es ist nicht so, wie Du es vielleicht denkst, Fipro.

Fipro Winzig: „Dann erklären Sie mir bitte, warum Pfote bei Ihnen im Garten angeschlagen hat. Die Mandelspur muss Ihn direkt hierher geführt haben! Was befindet sich unter dem grauen Laken hier?“

Verwundert schaute Herr Schuber an mir vorbei in Richtung Handkarren und sagte dann:

Carl Schuber: „Nun, dann sehen wir einmal gemeinsam nach und alles wird sich bestimmt aufklären lassen.“

Kaum war Herr Schuber dicht an den Handkarren herangetreten und hatte seine Hand auf das Laken gelegt, da geschah es:

„HILFFFEEEE!!!!! GREEENZERRR! ZU HILFE!“

Nur unweit vom Garten schrie eine Hobbit wie am Spieß um Hilfe. Es war laut und deutlich für uns alle zu hören und nervös schaute in die Richtung, aus welcher der Schrei ertönt war.

Pfote war sofort in Richtung des Ausrufs losgeprescht und auch ich versuchte schleunigst, meinen Hund im Tempo einzuholen. Mit schnellen Schritten liefen wir aus dem Garten und stürmten die Anhöhe hinunter.

Carl Schuber blieb unterdessen alleine in seinem Garten zurück und sah uns irritiert hinterher, als wir beide bereits die Gartepforte passiert und die kleine Anhöhe heruntergelaufen waren, auf dem sich das Grundstück der Schubers befand.

Pfote raste derweil an zwei kleineren Hobbits vorbei, die mit einem Getreidesack beladen unseren Weg passierten und auf der Straße nebeneinander her gingen. Im Vorbeisausen grüßte ich sie flüchtig, wobei ich nicht ganz erkennen konnte, um welche Bekannten es sich handelte, da sie ihr Gesicht abwendeten. Aber da sie sich in Richtung der Anhöhe aufmachten, nahm ich an, dass es vielleicht die Zwillinge Luisa und Greta Schuber waren, die zurück nach Hause zu ihrem Vater schlenderten.

Nach wenigen Metern waren Pfote und ich am Ort des Geschehens angekommen, Frau Margerit Grüntal, eine rüstige ältere Hobbit mit rotem Haar, hielt sich schluchzend die Hände vor ihr Gesicht und schüttelte traurig den Kopf. Als wir näher kamen, drehte sie sich uns entschlossen entgegen und völlig außer Atem sprach ich zu ihr:

Fipro Winzig: „Frau Grüntal, was ist hier passiert? Wir haben Sie nach Hilfe rufen hören und sind sofort zu Ihnen geeilt.“

Margerit Grüntal: „Ach Fipro, ich habe doch heute mein neues Rezept für den hellen Blaubeerkuchen ausprobiert und den fertig gebackenen Kuchen auf das Fenstersims zum Abkühlen gestellt.“

Fipro Winzig: „Pfote, mir schwant nichts Gutes.“

Margerit Grüntal: „Und als ich vor wenigen Augenblicken aus der Küche zurückkam, um den Kuchen zu holen, war er verschwunden! Ich höre noch, wie jemand am Haus entlang weglief.“

Fipro Winzig: „Das ist heute nicht zum ersten Mal passiert, Frau Grüntal.“

Frau Grüntal sah mich störrisch an und schüttelte dann den Kopf, als sie sprach:

Margerit Grüntal: Das weiß ich selber Fipro. Frau Hahne ist das vorgestern mit ihrer Himbeerkekstorte auch passiert.“

Fipro Winzig: „Das zieht ja immer größerere Kreise, das Ganze.“

Margerit Grüntal: „Was meinst Du denn damit?“

Fipro Winzig: „Naja, heute wurden Frau Zwilber und Sie beklaut, vorgestern Frau Hahne, wie Sie es selbst sagen. Das sind drei Kuchendiebstähle in kürzester Zeit.“

Margerit Grüntal:Potzblitz, ein Kuchenschreck treibt sein Unwesen in der Nachbarschaft und kostet von unseren leckeren Kreationen! Wir müssen die Grenzer sofort benachrichtigen!“

Fipro Winzig:Ich denke nicht, dass es ein Kuchenschreck aus der Sagenwelt von Hafergut ist, Frau Grüntal. Ich habe da schon einen Verdacht, wer hinter diesen Diebstählen stecken könnte.“

Margerit Grüntal: „So?“

Fipro Winzig:Haben Sie, so wie jetzt auch, kurz das Haus verlassen, nachdem Sie den Diebstahl Ihres Blaubeerkuchens bemerkt haben?

Margerit Grüntal:Ein heller Blaubeerkuchen, das ist ein himmelweiter Unterschied! Ich will schließlich beim Bürgermeisterfest den Kuchenwettbewerb dieses Jahr in Hafergut gewinnen.

Fipro Winzig:Verstehe. Haben Sie also jemanden auf den umliegenden Straßen gesehen?“

Margerit Grüntal:Nein, ich habe extra in alle Richtungen geschaut, da war niemand zu sehen.

Ein breites Grinsen überkam mich und ich streichelte meinem Pfote über seinen Kopf, als ich zu ihm sprach:

Fipro Winzig:Pfote?

Pfote:Wuff!

Fipro Winzig:Denkst du auch das, was ich gerade denke?“

Pfote:Wuff!“

Fipro Winzig:Die einzigen Hobbits, die wir eben bei unserem Sprint die Anhöhe hinunter zu Frau Grüntal gesehen haben, waren doch die beiden Hobbits in meinem Alter, die unseren Weg passierten und mich nicht direkt angesehen haben.“

Margerit Grüntal:Wer glaubst Du, ist das denn gewesen?“

Fipro Winzig:Da Sie zu zweit waren und es mir so schien, dass Sie auf dem Weg zum Grundstück der Schubers waren, denn dort oben ist sonst nur noch die alte Heukoppel, glaube ich, es waren Luisa und Greta Schuber.“

Margerit Grüntal:Hast du dafür auch einen Beweis Fipro?“

Fipro Winzig: „Haben Sie noch etwas von der Blaubeerglasur übrig?“

Margerit Grüntal:Ich habe gar keine Glasur angerührt, nur echte Früchte benutzt, es müsste noch eine Handvoll in der Schale übrig sein.

Frau Grüntal huschte geschwind in ihre Küche und kehrte sogleich mit einer hellen Schale zurück, aus der sie mir ein paar Blaubeeren anreichte, die ich meinem Pfote unter die Schnauze hielt, natürlich nur, dass er einmal den Blaubeergeruch aufnehmen konnte.

Fipro Winzig:Such Pfote, such.

Pfote:Wuff!

Mein Pfote nahm die Blaubeerfährte auf und stürmte wieder aus dem Smial hinaus auf die Straße. Ich hörte, wie Frau Grüntal mir nachrief, als ich erneut meinem Hund nachsetzte, um den Anschluss an ihn nicht zu verlieren:

Margerit Grüntal:Ich hole jetzt die beiden anderen Hobbits dazu und dann eilen wir Dir gemeinsam nach, Fipro. Wenn das stimmt, was Du vermutest, dann gibt es ein großes Donnerwert!“

Doch die Worte von Frau Grüntal verblassten bereits, als ich mit Pfote nach wenigen Augenblicken wieder vor der Smialstür von Herrn Schuber stand und diesmal sehr energisch dagegen klopfte.

Fipro Winzig:Aufmachen Herr Schuber, wir wissen, dass Sie es waren!“

Die Smialstür wurde sodann von innen entriegelt und im nächsten Moment öffnete Herr Schuber diese einen Spalt breit weit und lugte genervt hervor:

Carl Schuber:Was habe ich diesmal gemacht? Ein Laken krimineller Weise auf meinen Handkarren gelegt?“

Fipro Winzig:Sie stecken mit Ihren Kindern unter einer Decke! Geben Sie es doch zu, dass Luisa und Greta gerade den hellen Himbeerkuchen von Frau Grünfeld vom Fenstersims gestohlen haben!“

Herr Schuber trat nun leicht angsäuert nach draußen zu Pfote und mir und sagte:

Carl Schuber: Meine Mädchen sind doch gar nicht im Smial, das können unmöglich sie schon wieder gewesen sein.“

Ein Tuscheln war seitlich des Smials zu hören.

Carl Schuber:Das kann doch nicht wahr sein, nicht schon wieder.

Fipro Winzig: Ich habe es doch geahnt, Pfote, such!“

Pfote:Wuff.“

Daraufhin lief Pfote schell den schmalen Steinweg am Smial entlang in Richtung Garten und bellte dort angekommen schließlich laut auf, als wir, Herr Schuber und meine Wenigkeit, uns daran machten, meinem Hund in den Garten der Schubers zu folgen, den wir heute schon einmal betreten hatten.

Pfote stand aufgeregt mit wedelndem Schwanz vor dem Handkarren, der im Inneren ein seltsames Gemurmel von sich gab. Ab und zu bellte mein Hund und ein kleinlautes Wimmern war unter dem grauen Laken aus dem Handkarren zu hören.

Carl Schuber: „Was geht hier vor, wer spielt mir hier im Garten einen Streich?“

Ich konnte nicht länger warten, aufgeregt ergriff ich das graue Laken und zog es eilig vom besagten Handkarren herunter. Und siehe da – dort lagen Luisa und Greta Schuber zusammengekauert und hielten sich beide ihre Bäuche fest. Beide Mädchen hatten violett verschmierte Mundränder und Hände.

Carl Schuber:Ich hatte Euch beiden doch eindringlich gesagt gehabt, dass ich Eure Hilfe nicht brauche und Ihr unsere Nachbarn in Ruhe lassen sollt!“

Luisa Schuber:Ja, Papa. Wir wollten Dir doch nur helfen, damit Du nächste Woche beim Kuchenwettbewerb endlich wieder gewinnst.“

Die Mägen der beiden Mädchen knurrten laut und es war hnen anzusehen, dass sie sich sehr unwohl fühlten und Krämpfe hatten.

Pfote hatte sich derweil auf seine Hinterbeine gestellt und schleckte an einem Rest gelbflüssiger Pfütze, die nun auch für mich stark nach Mandeln roch. Vermutlich die Reste der doppelstöckigen Mandelcremetorte von Frau Zwilber von heute Vormittag.

Grete Zwilber:Was hat das hier zu bedeuten?!“

Mit ihrer lauten Stimme donnerte Frau Zwilber plötzlich in diese Szenerie, ihr folgten leicht verärgert die anderen Hobbit, Frau Grünfeld und Frau Hahne, die beide zunächst kein einziges Wort sagten und ihre Arme lediglich verschränkten.

Fipro Winzig:Ich glaube, Luisa und Greta Schuber haben Eure Kuchen von den offenen Fenstersimsen gestohlen, hierher gerbacht und dann gegessen, um die Beweise verschwinden zu lassen, heute Vormittag die Marzipantorte von Frau Zwilber und vor kurzem die Blaubeertorte von Frau Grünfeld….“

Margerit Grünfeld: „Ja, die Reste kleben den beiden Mädchen ja noch buchstäblich an ihren Händen und Mündern. Und wie jeder Hobbit weiß, tut es gar nicht gut, sich mit Kuchen und Torte zu überessen, vor allem, wenn diese noch nicht abgekühlt sind. Das verursacht Bauchschmerzen und Magenkrämpfe.“

Nun stellte sich Carl Schuber schützend vor seine Mädchen und fuchtelte wild mit den Armen vor uns anderen her.

Carl Schuber:Meine Mädchen wollten mir nur helfen, Grete, Margerit und Eva, nicht mehr und nicht weniger.“

Grete Zwilber:Sie haben unsere besten Tortenkreationen gestohlen und verschlungen, weil Du sie darum gebeten hast Carl!“

Kleinlaut murmelte Luisa Schuber im Liegen, nachdem sie sich mit einem Tasachentuch die Blaubeerreste an Händen und Mund abgeputzt hatte:

Luisa Schuber: „Nein, unser Vati hatte damit nichts zu tun. Er hat uns eher heute Vormittag dabei erwischt, wie wir hier mit dem Karren die Torte von Euch hergefahren und im Garten verspeist haben. Da haben wir versucht, gemeinsam die Torte verschwinden zu lassen. Fipro hat uns mit seinem Hund Pfote gestört gehabt und wir mussten sehr vorsichtig sein, als wir uns über die Koppel aus dem Garten davon geschlichen haben.

Carl Schuber: „Ich hatte Euch beiden doch gesagt, Ihr sollt aufhören damit. Ich wollte das nicht. Ihr habt zehn Wochen Stubenarrest!“

Margerit Grünfeld:Ich denke, das wird nicht ausreichen, Carl. Ich möchte Schadensersatz für meine Torte haben und ich kann mir vorstellen, die beiden anderen Damen auch.“

Grete Zwilber: „Ich glaube, da hat Fipro mit seinem Hund genau richtig gelegen und den Fall um den Kuchenschreck gelöst.“

Eva Hahne:Ich habe einen anderen Vorschlag zur Wiedergutmachung meine Damen und Herren.

Carl Schuber: „Was stellst Du Dir genau vor?“

Eva Hahne:Deine beiden Töchter werden uns dreien dabei helfen, für die nächste Woche die drei Torten nachzubacken und leisten uns dafür Küchenhilfe und erledigen zusätzlich einige Botengänge für die Einkäufe der benötigten Zutaten auf dem Markt.“

Carl Schuber: Einverstanden. So machen wir es.“

Grete Zwilber: „Nicht so vorschnell. Da Du von den Missetaten Deiner Töchter gewusst und uns nicht unmittelbar davon in Kenntnis gesetzt hast, bestehe ich darauf, dass Du das dem Bürgermeister erzählst und er Dich vom Kuchenwettbewerb ausschließen wird.

Carl Schuber: „Nein, das könnt Ihr nicht verlangen.“

Die Situation drohte jetzt, etwas aus den Fugen zu laufen, deshalb ratterte mein junger Verstand bereits die ganze Zeit nebenher und ich überlegte mir, wie man diese Situation, möglichst zum Vorteil aller Beteiligten, lösen könnte. Aufgeregt schaute ich zwischen den anwesenden Hobbits und meinem Pfote hin und her.

Schließlich sagte ich zu den Streithähnen:

Fipro Winzig: „Ich möchte nicht unhöflich und vorlaut wirken, aber habt Ihr eigentlich alle einmal darüber nachgedacht, weshalb die beiden Kuchenschrecks hier, Luisa und Greta, Euch Eurer Backwaren beraubt haben?“

Die anwesenden Hobbits schauten böse zu mir und Carl Schuber sprach entzückt:

Carl Schuber: „Ja, hört, was der winzige Bengel hier zu Euch sagt!“

Fipro Winzig:Mit ‚Euch‘, habe ich übrigens alle anwesenden Hobbits hier gemeint, die in diesen Kuchenskandal verwickelt sind. Das schließt Euch mit ein, Herr Schuber.“

Grete Zwilber: „Was willst Du uns damit sagen Fipro?“

Fipro Winzig: „Seit Jahren streitet Ihr Euch alle darum, wer hier in Hafergut am besten Kuchen backen kann, in diesen Tagen ist dieser Wettbewerb ganz offensichtlich in der Nachbarschaft eskaliert. Die Opfer seht Ihr alle hier vor Euch zusammen gekauert liegen und die anderen Opfer sind Eure gestohlenen Kuchen. Anstatt Euch gegenseitig in die Parade fahren, Euch übertrumpfen und Euren Zwist weiter austragen zu wollen, könntet Ihr doch auch einfach stattdessen zusammenarbeiten und diesen Wettbewerb am Fest zum Wohle aller abschaffen. Denn je nachdem, welchen Hobbit man nämlich fragen würde, hätte der Erstbefragte lieber einen hellen Himbeerkuchen, der Zweitbefragte lieber eine Mandelcremetorte und der Drittbefragte mag überhaupt kein Marzipan und isst am liebsten nur Schokotorte. Warum soll man sich also auf die Meinung des Bürgermeisters verlassen, der nur ein Verkoster ist und dafür einen Preis vergibt? Das schafft nur Unbehagen und ist nicht gerecht.“

Carl Schuber: „Da ist etwas Wahres dran. Ich habe mich viel zu sehr darauf konzentriert, einen besseren Kuchen für das Fest backen zu wollen, dass ich vergessen habe, dass ich niemandem beweisen muss, dass ich gut backen kann.“

Fipro Winzig: „Anstatt Euch darüber zu streiten und andere mit Eurem Wettbewerb negativ zu beeinflussen und mireinzuziehen, solltet Ihr einfach das machen, was Euch allen am meisten Spaß macht in Eurer Freizeit und das ist, Kuchen zu backen und die Hobbits von Hafergut damit erfreuen zu wollen.“

Die Hobbits schauten sich alle aufgeregt an und plötzlich war es Grete Zwilber, die schließlich das Wort ergriff:

Grete Zwilber: „Fipros Worte haben mich versöhnlich gestimmt. Er hat Recht. Mit unserem Verhalten haben wir selbst dazu beigetragen, diesen Kuchenschreck hier vor uns heraufzubeschwören. Wir sollten diesen Wettbewerb abschaffen und einfach nur ein großes Küchenbuffet für alle anbieten, was meint Ihr dazu?“

Margerit Grünfeld: „Ja, wir sollten gleich heute noch alle zusammen mit Bürgermeister Heide sprechen und Ihm das vorschlagen.“

Eva Hahne: „Ich denke auch, dass uns dieser Wettbewerb in all den Jahren nur Nerven und Zeit gekostet und für die meisten Enttäuschung und Ärger bedeutet haben. Lasst uns, so wie Fipro es sagt, in Zukunft einfach Kuchen backen, dann backt es sich auch leichter und viel entspannter für uns alle.“

Und so wurden an diesem Nachmittag noch viele freundliche Worte zwischen den anwesenden Hobbits ausgetauscht und natürlich kümmerten sich alle um die beiden Mädchen, die sich übergessen hatten.

Ich meine sogar, dass Frau Hahne und Frau Zwilber ihre Rezepte untereinander austauschten und gegenseitig miteinander über die geheimen Zutaten scherzten und sich aufzogen, wer besser Glasur anrühren könne.

Es war eine sehr gelöste Atmosphäre und man merkte, dass allen Hobbits große Steine von Ihren großen Herzen fielen und der Stress, den Sie alle mit diesem Wettbewerb hatten, einfach verpuffte.

Noch am gleichen Tag wurde Bürgermeister Heide von Hafergut darüber informiert, dass alle Hobby-Kuchenbäcker des Dorfes dafür stimmten, den Kuchenwettbewerb auf dem Bürgermeisterfest offiziell abzuschaffen und stattdessen ein offenes Kuchenbuffet für alle Gäste vorzubereiten, ohne einen Gewinner und viele Verlierer zu haben.

Natürlich sprach niemand mehr davon, Herrn Schuber oder die ganze Familie Schuber bei den Grenzern zu melden und zu verpetzen und mittlerweile ist das auch alles mehr als verjährt.

Luisa und Greta Schuber mussten aber dennoch ein wenig Hausarrest ertragen sowie kleinere Küchen- und Einkaufsdienste für die rüstigen Damen erledigen, damit auch Sie Ihre Lehre aus den Missetaten zogen.

Und so lösten wir, Pfote und ich, unseren allerersten Fall und heute kann ich mit Stolz sagen, dass es Herr Schuber war, der den Vorschlag für unseren Namen als Nachbarschaftsermittler hatte.

Denn ein paar Tage nach diesen Vorfällen, klopfte es unerwartet früh an der Smialstür meiner Großeltern, die von allem natürlich nichts mitbekommen hatten.

Es war Herr Schuber, der mich sprechen wollte und mein lieber Opa, Dieter Winzig, rief mich zur Tür und schlurfte dann zurück in die Küche.

Carl Schuber:Fipro, ich möchte mich bei Dir und Deinem Hund Pfote bedanken. Und deshalb gibt es für Deinen Hund eine eigens kreirte Knochentorte und für Dich einen Marzipanpudding mit Vanillesoße als kleine Belohnung.“

Ich bekam große Augen, als Herr Schuber mir eine fein dekorierte Torte aus Knochen und getrockneten Schweineohren gab, die randvoll mit Fleischpastete gefüllt war.

Auch ein großes Glas mit Marzipanpudding reichte er mir mit seiner anderen Hand an und noch bevor ich damit begann, mich auf den Pudding zu stürzen, las ich dort in Sahne den feinen Schriftzug:

Für die winzige Spürnase und seinen Pfote – der Kuchenschreck.‘

Da war Herr Schuber aber schon wieder pfeifend am Gartenzaun angekommen und winkte mir noch einmal fröhlich zum Abschied zu.

Ja, liebe Leserin und lieber Leser, das war unser erster Fall und wo ich so dort auf der Türschwelle stand und Pforte dabei zu sah, wie er seine Knochentorte genüsslich verputzte, war mir klar, dass wir für alle einen schönen Abschluss im Bann des Kuchenschrecks gefunden hatten.“

Sei auch dabei, wenn es in der nächsten Ausgabe mit einem neuen Fall in Hafergut weitergeht! Denn dann heißt es wieder: „Winzige Pfote ermittelt!“

Die Spürnase ‚Winzige Pfote‘ heute vor Ihrem Nachbarschaftsermittlerbüro in Hafergut, Evendim

Fipro Winzig für den Auenland Boten

8 Gedanken zu „Winzige Pfote ermittelt… im Bann des Kuchenschrecks Teil 3 (4)

  1. Das war ja vielleicht ein Abenteuer. Und der Erste Fall war gleich so bedeutsam. Torten mopsen darf nur meine kleine Schwester Geomee. Natürlich darf sie nur meine Törtchen mopsen. Es hat mir Freude gemacht, Fipros Geschichte zu lesen.

    Gefällt 1 Person

  2. Da wird Fipro sich sehr freuen, wenn ich ihm die schönen Kommentare auf seinen ersten Fall hier vorlesen kann. In seinem Namen sage ich schon einmal vielen Dank für das Lesen und Eure Kommentare, das ist wirklich klasse!

    Liken

  3. So habe ich das noch nie gesehen, dass Kuchen auch Opfer sein können. Das müsste man mal dem Bango sagen. Und ich muss noch sagen, sehr gut, dass der junge Verstand von Fipro so gerattert ist und nun die Kuchen zum Wohle aller gebacken werden und nicht nur als Kostprobe für den Bürgermeister. Dankefein an Fipro und ebenso dafür, dass die Geschichte hier aufgeschrieben wurde.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s