Wanderung von Bree nach Bruchtal – Ein Reisebericht (1)

Hallo liebe Leser, ich schreibe sonst ja nur die Geschichten von Oma Seburga auf, aber heute will ich einmal selbst etwas schreiben.

Ich war bei der letzten Wanderung der Gemeinschaft der freien Völker dabei. Diese führte uns vom Tänzelnden Pony in Bree bis zum Letzten Heimeligen Haus in Bruchtal. Ich kam ziemlich spät an und traf vor dem Tänzelnden Pony auf Herrn Torbol, der auch nach den Wanderfreunden suchte. Wir gingen schnell in die großen Gaststube des Ponys, wo Elbin Belsaia und die Wanderfreunde Fräulein Jagy und Herr Netarion schon auf uns warteten. Herrin Belsaia begüßte alle in der Runde und erklärte uns gleich zu Beginn die wichtigsten Dinge.

Belsaia: »Hallo liebe Wanderfreunde!
Wer bei der letzten Wanderung vor einem Monat dabei war, erinnert sich vielleicht, dass wir diese hier im Pony bei einem guten Trunk beendet haben. Auch wenn einige Hobbits das sicher wünschen, werden wir heute die Gastfreundschaft von Gerstenmann Butterblume nicht beanspruchen.
«

Torbol: »Ja genau! Das Bier hier war sehr stark

Belsaia: »Ein voller Bauch schon zu Beginn, macht den Wanderer nur müde. Außerdem habe ich das Pony wieder bestens für die Picknick-Pausen ausrüsten lassen.«

Und dann ging es auch schon los mit den Geschichten über die Ringgefährten. Unter uns, auf die freute ich mich am meisten.

Belsaia: »Die meisten von euch werden sich noch an die Geschichten erinnern, die hier im Pony über vier seltsame Halblinge erzählt wurde. Man sagte, einer von ihnen konnte einfach so verschwinden und wieder auftauchen… «

Torbol: »Pfff, das kann ich auch«

Belsaia: »Aufgetaucht ist Frodo ja dann auch wieder. Hier in der Ecke, in der Streicher damals saß. Nun die Geschichte ist wohlbekannt. Der finstere Geselle, dem die Hobbits anfangs nicht trauten, wurde bald ihr bester Freund und ist heute König von
Aber das ist eine andere Geschichte, die hier nicht erzählt werden soll. Nach Frodos „Missgeschick“ zogen sich die Halblinge in die kleine Gaststube zurück. Streicher folgte ihnen.«

Damit verließen wir die große Gaststube, um uns an der genannten Lokation umzuschauen. Dabei kam Elbin Jagy kurzzeitig abhanden, wahrscheinlich, weil sie sich nicht von dem Barden losreißen konnte.

Belsaia: »Und jetzt entspann sich ein Gespräch über Vertrauen und Vorsicht, welches in der Hauptsache aus Andeutungen und Vermutungen bestand. Licht ins Dunkel bracht schließlich der gute alte Gerstenmann, dessen Vergesslichkeit dafür gesorgt hatte, dass er den Brief, den Frodo bereits vor Wochen hätte erhalten sollen, immer noch in Händen hielt.«

Torbol: »Oh, hier isses schön…und hier blieben sie gemütlich wohnen bis ans Ende ihrer Tage!«

Belsaia: »Er stammelte einige Entschuldigungen und übergab das kleinlaut den Brief. Von dem Folgenden nur soviel: Merry kam ganz aufgelöst in die Gaststube gestürzt, weil schwarze Reiter und andere Gestalten er in der Nähe des Südtores gesehen hatte. Daraufhin beschlossen sie nicht in den Zimmern, die den Hobbits zugedacht waren, zu nächtigen und blieben bei Streicher.«

In diesem Moment stieß der Essperte Bango Gerstfeld zu unserer Runde dazu und wurde mit großem Hallo begrüßt. Nur Jagy bot ihm wohl einen kalten Fisch an. Den lehnte Bango mit dem Hinweis, dass er Fisch mag, aber lieber gebraten, dankend ab.

Belsaia: »Das war auch gut, den mitten in der Nacht drangen die schwarzen Reiter ein und verwüsteten die Hobbitzimmer. Soweit mir bekannt ist, wird der Schlafraum der Hobbits seit damals nicht mehr vermietet und Gerstenmann hat hier ein Lager eingerichtet.
Seit die Schwarzen Reiter eingedrungen sind, wollte niemand mehr in diesen Zimmern nächtigen.«

Dann haben wir das Tänzelnde Pony in Richtung Südtor verlassen.

Belsaia: »Nur Lutz Farning hatte noch ein Pony, dass er für 12 Silberpfennige – also den dreifachen des normalen Preises – an die Hobbits verkaufte. Dieses Pony sah alt und müde auch und war übel zugerichtet und es war nicht sicher, ob es den langen Weg durchhalten würde.«

Auch die anwesenden Hobbits fanden den Preis total überzogen. Geradezu Wucher. Während dieser Geschichten passierten wir den Keilerbrunnen. Hier wusste Herr Torbol zu berichten, dass die Gefährten eine Pause gemacht haben, um die Feldflaschen zu füllen. Bango machte einen Witz, den ich hier nicht wiederholen kann und dann fiel auf, dass die beiden Elben nicht mehr bei uns waren. Ich finde das immer noch seltsam, denn sie haben doch auch längere Beine, aber vermutlich trödeln Elben immer, weil sie ja Zeit ohne Ende haben.

Ich musste mich zwischendurch auch ganz schön beeilen, weil ich stehengeblieben war, um ein, zwei Skizzen anzufertigen. Doch Belsaia hat freundlicherweise am Föstertor gewartet.

Unterdessen hat sich uns Fräulein Tulpeline angeschlossen, die Vorsitzende des Vereins für hobbitisches Brauchtum. Auch sie wurde von allen, oder zumindest uns Hobbits, herzlich begrüßt. Mit einem kurzen Ausblick auf Lutz Farnings Haus errreichten wir das Südtor.

Belsaia: »Hier ist übrigens Lutz Farnings Haus. Es sieht immer noch nicht sehr gastlich aus. Damals wurden die Wanderer noch von Farnings hämischen Wünschen begleitet. Bis dem guten Samweis der Kragen platzte und er mit einem gezielten Apfelwurf Farnings Nase traf.«

So wie Frodo und seine Freunde von Streicher geführt wurden, führte uns Frau Belsaia auf der Straße erst nach Süden und dann in östliche Richtung. Hier schloß sich noch die Elbendame Eldalvil unserer Gruppe an. Wärenddessen summten die Herren Torbol und Bango fröhlich vor sich hin.

Als wir fast außerhalb der Sicht von Bree waren und Bango auf dem Hügel einige Bärenjunge entdeckte, entspann sich folgendes Gespräch:

Bango: »Im Auenland isses schöner! Wohin gehen wir jetzt?«
Netarion: »… und die kleinen Bären«
Bango: »jammi. Können wir einen Bären essen?«
Belsaia: »Bango! Die Bären sind nicht zum Essen!«
Torbol: »Was soll ich mit einer Beere?«
Bango: »Oh. Aber, warumnich?«
Netarion: »Ja, aber erst das Fell abziehen.«
Tulpeline: »Bären sind lecker!«
Bango: »Oja! Mit Fell is kuscheliger aber nich so lecker.«
Tulpeline: »leckeres Bärenragout«
Bango: »oih«
Torbol: »Bären werden meist sauer, wenn man versucht, die zu essen
Bango: »Jammi, Sauerbraten!«

Hier verließen wir die Straße in Richtung Norden. Um dann auf einem kleinen Hügel zu rasten und unser erstes Picknick zu machen. Das Pony, welches Belsaia mitführte, war vwirklich sehr gut ausgestattet mit allerlei Leckereien und Getränken. Bango schnappte sich gleich drei Balger und ein halbes Dutzend Wachteleier als Vorspeise. Danach futterte er noch einen halben Fasan mit Töftensalat und als Dessert gab es zwei Törtchen, einen Apfel und ein paar Beeren.

Als das Pony schon wieder gepackt war, stibizte er schnell noch ein Törtchen und eine Speckseite für unterwegs.

Wie wanderten dann weiter auf den Spuren der Hobbits. Wenn ich auch glaube, dass Frau Belsaia schon früher als Arargon nach Osten abgebogen ist, denn wir wanderten gar nicht duch den Chetwald, sondern nur an seinem südlichen Rand entlang. Bestimmt dachte sie, sie müsste unsere kurzen Beine schonen. Elben halt!

Jedenfalls erreichten wir nach einer Weile forschen Wanderns die Grenze zu den Mückenwassermooren. Diese Gegend war schon immer berüchtigt für ihre kleinen fliegenden Plagegeister. Ich denke, das folgende Gespräch gibt einen guten Eindruck, wie es dort für uns war.

Torbol: »Oh nein, was das denn?«
Bango: »Ui«
Bango: »Was haben die gegessen so viele Tage lang?«
Torbol: »Ein Moor? Ich kann nicht ins Moor gehen, hab doch grad gegessen!«
Bango: »Oh!«
Bango (ein paar Mücken essend): »nee, kein Problem.«
Belsaia: »Pippin rief sogar: „Mückenwasser! Es gibt mehr Mücken als Wasser!“«
Bango: »hihi«
Torbol: »hihi«
Belsaia: »Aber sie sind ja auch fast zwei Tage durch die Sümpfe gezogen…«
Bango: »Oha, das ist lang!«
Tulpeline: »Ja, das ist wirklich lang!«
Torbol: »Hier hat mal früher einer auf Sumpf gebaut.«
Bango: »hihi«
Netarion: »Wenn man schnell genug läuft, können die Mücken nicht zustechen.«
Torbol: »Guter Tipp!«
Bango: »Toll! Schneller!«
Torbol: »Ich kann nich schneller.«
Netarion: »Hm, zuviel gemampft?!«

Belsaia: »In der vierten Nacht sah Frodo einen Lichtschein am fernen östlichen Himmel. Es sah aus wie Wetterleuchten.«
Netarion: »Hm, zuviel gemampft?!«
Bango: »Hui, wie schön!«
Torbol: »Sumpfgas-Feuer!«
Belsaia: »Wir wissen heute, dass sie Gandalfs Kampf mit den Schwarzen Reitern beobachtet haben.«
Bango: »Oh! Nasowas!«
Torbol: »Das Moor nimmt kein Ende!«
Belsaia: »Am fünften Tag ließen sie die die Tümpel und die Mücken hinter sich.«
Bango: »Oh toll! Wir sind auch schon minnestens fümf Tage unterwegs!«
Belsaia: »Wir sind auch fast durch, Bango!«
Bango: »Juhu! Toll!«
Netarion: »nee, zu fünft ein Tag«
Bango: »hihi«
Torbol: »Das Gezirpe macht einen ganz verrückt!«

Auf dem Hügel angekommen hatten wir die Tümpel und mit ihnen die Mücken hinter uns gelassen. Das war für alle Hobbits eine willkommene Gelegenheit für eine weitere Rast und einen kräftigen Imbiss. Aber als Bango fragte, ob er das Pony auch essen darf, lud Belsaia schnell alles wieder auf das Pony und trieb dieses zur Eile an. Wahrscheinlich in der Hoffnung, dass Bango im Laufen nicht zubeissen kann.

In diesem Moment erreichte uns Fräulein Jagy, die irgendwo hinter Bree verloren gegangen war und die Mückenwassermoore hoch zu Ross durchquert hat.

Wir erfuhren von unserer Reiseleiterin, dass die Wetterspitze in alten Zeiten die Grenze ders Königreiche Arthedain, Rudaur und Cardolan markierte und sich auf dem Gipfel ein großer Turm erhob. Der Berg wird auch Amon Sûl genannt, was Windberg heißt, und er erhebt sich tausend Fuß über die Umgebung. In dem Turm wurde einer der sehenden Steine aufbewahrt und Elendil hat von dort oben nach Gil-galad Ausschau gehalten, als sie zur Schlacht gegen Sauron rüsteten.

Während wir diesen Geschichten lauschten, setzen wir unsere Wanderung fort und erreichen unversehens den alten Versorgungspfad, den Belsaia ebenfalls erwähnt hatte. Bango maulte etwas über die eintönige Landschaft.

Bango: »Hier is nich viel los
Belsaia: »Geniess die Landschaft!«
Torbol: »genau«
Bango: »Ich würd lieber ein Landbrot geniessen.«
Bango: »Hier is sehr viel Gegend.«
Torbol: »oje«
Bango: »Wenn die Gegend ein Brot wäre bräuchte man sehr viel Butter!«
Torbol: »hihihi«

Nach einiger Zeit erreichten wir den Fuss der Wetterspitze und fanden auch schnell die Mulde am nordwestlichen Rand, in der Streicher und die Hobbits die Nazgul abwehren mussten. So wie Sam, Pippin und das Pony damals in der Mulde blieben, ließen auch wir das Picknickpony und die besonders hungrigen oder müden Wanderer in der Senke zurück.

Belsaia: »Hier ließen sie Sam, Pippin, Lutz, das Pony, und ihr Gepäck zurück und machte sich auf, die Spitze zu erklimmen.«
Bango: »In einer geschützten Senke kamman ein Picknick machen. Toll!«
Belsaia: »Unser Pony bleibt auch in der Senke. Wer möchte kann es sich hier bei einem Picknick bequem machen.«
Bango: »auja«
Belsaia: »Alle anderen wandern mit mir auf die Spitze. Es ist etwas beschwerlich, aber dafür entschädigt die Ausicht.«

Der Rest wanderte nach oben zur Spitze. Zu unser aller Überraschung kam auch der „Essperte“ Bango mit auf den Gipfel. Natürlich war ihm der Weg schon nach der Hälft viel zu lang und er jammerte die ganze Zeit nur herum. Aber Belsaia hatte nicht zu viel versprochen, die Aussicht war grandios!

Nachdem wir einige Zeit die Aussicht genossen hatten und auch den Stein mit Gandalfs Runen entdeckten, ging es wieder zurück zur Mulde. Da ein Picknick in Aussicht stand, war Bango natürlich der erste, der unten ankam. In der Zwischenzeit hatte sich Elbendame Eldalvil von den anderen verabschiedet und war allein weitergezogen.

Wir nahmen noch einen kräftigen Imbiss ein. Dabei täuschte Fräulein Jagy eine Ohnmacht vor, aber das habe ich gleich durchschaut, so dünn wie sie war, wollte sie nur unsere Bemühungen gegen das entfetten untergraben. Jawohl! Wanderfreund Torbol rief dann auch gleich nach einem Riechfisch.

Während unseres Mahles erzählte Belsaia noch, wie Streicher den Hobbits erst die Geschichte von Beren und Lúthien und dann …

Belsaia: »Die Gefährten hielten ein karges Nachtmahl und lauschten Streichers Erzählung von Beren und Lúthien. Unterdesssen war der Mond aufgegangen und sein bleiches Licht schien über den Rand der Mulde. Streicher spang auf und rief sie alle zum Feuer.«
Bango: »oh«
Belsaia: »Fünf der Nazgul giffen an!«
Tulpeline: »ohje!«
Bango: »oje, wie schrecklich!«
Belsaia: »Streicher konnte die Feinde mit Hilfe des Feuers vertreiben. Vorerst.«
Bango: »toll«
Torbol: »Die Zimmerverwüster? Auch du meine Güte!«
Bango: »oje«
Belsaia: »Doch Frodo wurde durch eine Morgulklinge verletzt.«
Bango: »Ui, der Arme!«
Belsaia: »Streicher suchte im Dickicht südlich der Straße nach der Athelas-Pflanze, um einen heilsamen Sud daraus zu brauen. Dieser half auch ein wenig, so dass Frodo sich etwas kräftiger fühlte.«
Bango: »Er hätte besser nach Törtchen suchen sollen!«
Belsaia: »hihi«
Torbol: »Der arme Herr Beutlin!«
Belsaia: »Aber trotzdem konnte er nicht laufen und wurde kurzerhand auf das Pony gesetzt.«

Die Strecke von der Wetterspitze bis zur letzen Brücke war eher unspektakulär. Es ging nur immer wieder Hügel rauf und Hügel runter. Deshalb legten wir diesen Abschnitt auch auf dem Rücken unserer Ponys zurück. Wir ritten vom westlichen Rand der Wetterspitze in südliche Richtung, um die Große Oststraße zu überqueren. Dabei blieb ich zurück, weil ich einige meiner Skizzen verloren hatte.

An der Straße holte ich die Gruppe wieder ein. Dann hielten wir uns in östlicher Richtung.

So langten wir schließlich auf einem Höhenrücken an, von dem man eine wundervolle Aussicht auf die Letzte Brücke und den Weißquell hatte.

Über den zweiten Teil der Wanderung, durch die Trollhöhen und bis nach Bruchtal, werde ich euch in der nächsten Ausgabe etwas berichten.

Sebylla Silberdistel für den Auenland Boten

3 Gedanken zu „Wanderung von Bree nach Bruchtal – Ein Reisebericht (1)

  1. Oh ja….. ein sehr schöner Bericht. Hat haufenweise Erinnerungen an meine erste Reise von den Ered Luin bis nach Bruchtal geweckt.
    Muss doch mal zusehen, dass ich bei der nächsten Wanderung dabei bin wenn es geht. Schliesslich geht es zur Pforte nach Khazad Dûm, wo nur ein „Mellon“ eintreten kann.

    Liken

Schreibe eine Antwort zu Kirgon Stahlhammer Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s