Architekturspaziergang mit Frau Schraubstock

Am achten Tage dieses Monats fand zur achten Abendstunde ein von Frau Irmeline Schraubstock, einer sehr gebildeten und in keiner Form eingebildeten Hobbit, organsierter Architekturspaziergang statt. Frau Schraubstock hatte Interessierte dazu eingeladen, die „Geschichte des Smial“ zu beleuchten und seine verschiedenen Erscheinungsformen bei einem Spaziergang zu erkunden.

Wir trafen uns am Steg beim See in der Nähe von Wasserau und ich war freudig überrascht, wie viele erschienen waren, um sich Frau Schraubstocks Vortrag zu widmen.

Fräulein Schraubstock, eine schon etwas betagte Hobbit-Dame, erklomm den Sockel des Blumenbeetes und begann mit Ihrer Begrüßung in Ihrer, wie mir meine Freundin Mairad versicherte, unnachahmlichen „Frau Schraubstock-Art“, die genauso direkt wie verständlich und offen ist.

Frau Schraubstock:

So, acht ist’s.

Sodale, hier können mich hoffentlich alle sehen.

Bevor vielleicht gleich noch mehr dazukommen, gleich eine Anmerkung.

Heute handelte es sich mehr um einen Spaziergang denn eine Wanderung.

Also erstmal alle herzlich Willkommen zur ersten Architekturwanderung.

Also zur ersten nachdem ich wieder da bin.

Ein sehr weiser Hobbit hat mal gefragt: Waaaaa? Warum treffen wir uns bei einer Architekturwandeung denn in Wasserau?

Jemand eine Ahnung?

Grenzerin Schweinepfote:

Weil Wasserau sehr architektorisch ist?

Frau Schraubstock:

Also, wir treffen uns in Wasserau, weil das Thema heute die Entwicklung des Smials ist und hier einige sehr alte Smials zu finden sind.

Woran wir das erkennen, werden wir heute besprechen.

Wie ihr ja alle wisst, lebten die Vorfahren der Hobbits zunächst in Höhlen.

In Erdhöhlen

Oder Steinhöhlen

Was auch immer gefunden wurde.

Beuno:

auch in Achselhöhlen?

(Anmerkung der Verfasserin: Ein typischer Beuno)

Ich:

Aua, Beuno der war unter Deinem Niveau.

Grenzerin Schweinepfote:

Wer hilft mit den Beuno bei doofen Fragen zu ignorieren?

Frau Schraubstock:

Auf jeden Fall wurden diese Höhlen später zu Wohnhöhlen ausgebaut.

Diese Höhlen hatten aber oft ein Problem: Keine Vorderwand!

Sprich da konnten wilde Tiere, Mäuse und alles Mögliche rein und es wurde sehr kalt.

Also bauten die Hobbits eine Vorderwand mit einer Tür darinnen.

Das führte aber zu zwei weiteren Problemen. Wer glaubt, die zwei Probleme zu kennen?

Beuno:

Man brauchte Schlüssel?

Frau Schraubstock:

eines: keine Fenster

Grenzerin Schweinepfote:

Es gab keinen Ort mehr wo beim Kochen der Rauch weg konnte.

Frau Schraubstock:

Genau richtig Tulpi.

Und genau hier beginnen wir nun den Spaziergang.

Gemeinsam machten wir uns auf über die Brücke zum anderen Ufer des Sees und dort stoppte Frau Schraubstock an einer Reihe von Smials, die alle recht unterschiedlicher Bauart sind und denen man teilweise ihr Alter schon ansehen konnte.

Frau Schraubstock:

Der See war wohl zu Beginn der Besiedlung des Auenlandes ein sehr begehrter Bauplatz, also, rund um den See.

Das sehen wir daran, dass diese Smials ziemlich alt sind.

Hier sehen wir eines dieser alten Smials, das eigentlich nur aus der Vorderwand besteht.

Beuno ließ es sich nicht nehmen, direkt scheppernd an die Tür zu klopfen und wurde direkt von der Grenzerin Schweinepfote zurechtgewiesen, er solle die Nachbarn hier nicht belästigen. Beuno hielt jedoch nicht inne und man sah der Grenzerin Schweinepfote im Gesicht an, dass unser liebenswerter, wenn auch chaotischer Redakteur nur um Haaresbreite einem neuen Strafzettel entging, da er einhielt, auch ich drohte, Frau Tagetes zu informieren.

Frau Schraubstock:

Ich habe mir sagen lassen, dass diese Smials hier fast nur mehr als Gästezimmer verwendet werden, da sie nicht mehr den Komfort haben, den man sich heute wünscht. Für Gäste der Besitzer

Beuno:

Fischereiurlaub am Wasserauer See

Frau Schraubstock:

Also bei, dem Smial hinter mir haben wir quasi wirklich nur eine Erdhöhle mit einer Wand davor, allerdings hat es schon ein Fenster. und wenn man genau hinschaut auch einen Kamin.

Frau Schraubstock gelang es, geradezu mit wissenschaftlicher Akkuratesse und doch verständlich, dazulegen, wie sich die Architektur der Smials im Laufe der Zeit verändert hatte und wie die „Evolution“ von einer einfachen Höhle mit Tür zu einem freistehenden Gebäude abgelaufen ist. Meine Hochachtung frau Schraubstock, eine bravouröse Leistung.

Frau Schraubstock:

Bei diesem Smial hier sehen wir, dass es schon mehr Fenster hat aber keinen Kamin.

Sprich: Zum Kochen muss man rauskommen. ‚und hier am Vorplatz ein Lagerfeuer machen.

Beuno ruft dazwischen:  

Was hoppelt über die Wiese und raucht?….Ein ‚Kaminchen‘!

Frau Schraubstock:

Was wir bei diesem Smial noch sehen, ist dass eine andere Entwicklung beginnt.

Die Smial werden immer mehr hinaus aus dem Hügel gebaut. Also es gibt hier schon kleine Seitenwände und nicht nur die Vorderwand.

Wir machten uns wieder auf den Weg in Richtung Wasserau und ein paar Hobbits, auch Beuno, jubelten schon, dass es nun in den „Grünen Drachen“ ginge aber wie gingen daran vorbei in Richtung zweier Smials, die hinter dem Marktplatz von Wasserau liegen.

Frau Schraubstock:

Wie ich vorher sagte, ist wohl das ganze Gebiet um den See früh besiedelt worden.

Diese zwei Beispiele belegen das wohl.

Ich möchte Euch hier nur sagen, dass Ihr Euch bitte die zwei alten Smials hier einprägt, damit wir dann zum rechten Ziel von heute kommen.

Ich finde die Seitenfenster knuffig.

Grenzerin Schweinepfote:

Sieht aus wie ein Korridor in den Hügel rein.

Das anstrengendste Stück des Spazierganges stand uns noch bevor, der Weg hinauf zum Postamt in Wasserau, einem total freistehenden Gebäude, auf einem Hügel aber nicht an oder in einem solchen.

Frau Schraubstock:

Soda, aber unser eigentliches Ziel hier ist …. das werden wir jetzt sehen.

Wie Tulpi bereits erwähnt hat, Ihr Smial hat gar keinen Hügel.

Grenzerin Schweinepfote:

Mein Smial steht AUF einem Hügel

Frau Schraubstock:

Und das ist der konsequente nächste Schritt, den die Hobbits gegangen sind, das völlig freistehende Smial

Ich:

Also ist es strenggenommen ein smialartiges Haus aber kein Smial mehr?

Frau Schraubstock:

Hier finden wir alle Merkmale des moderneren Smials, runde Tür, runde Fenster, Vorbau

Und wenn wir zur Rückseite gehen zum Teil extrem bauchige Wände.

Die wohl noch an ein höhlenartiges Heim erinnern soll, da waren die Wände natürlich auch nicht glatt.

Beuno:

Da wollte man wohl das Höhlengefühl bewahren.

Frau Schraubstock:

Gut, das mit den Fenstern hier ist wohl, da es sich nicht um ein Wohnsmial handelt, sondern um ein öffentliches‘

Ich:

Sozusagen eine gemauerte Höhle

Frau Schraubstock:

Genau, Idda, man will sich ein bißchen Smialathmosphäre bewahren, auch wenn da kein Hügel oder keine Höhle mehr ist.

Das hier ist nun wie gesagt, das inzwischen ganz typische Smial, wie wir es überall finden.

Wenn man sich das Mathomhaus anschaut, so sieht das schon wie ein Menschenhaus aus,  außer der runden Tür und den runden Fenstern.

Also von diesen Smials, die wir heute gesehen haben, gefällt mir das erste in der Häuserzeile drüben am Besten.

Ich finde es sehr schade, dass dieser Geist völlig weg ist und Smials heute sehr konform aussehen.

Wie es bei einer Veranstaltung von Hobbits nicht anders möglich zu sein scheint, endete der informative und hervorragend durchgeführte Rundgang durch die Architekturgeschichte der Smials mit einem Picknick auf der Anhöhe mit Blick auf den See.

Danke für diesen informativen Rundgang Frau Schraubstock und es wäre mir eine Ehre, Euch einmal in meinem Haus in Bree begrüßen zu dürfen, um Euch die Feinheiten der Menschlichen Architektur nahe zu bringen und mit Euch darüber bei einem guten Glas Wein zu diskutieren.

Idda Goldkerze für den Auenland Boten

3 Gedanken zu „Architekturspaziergang mit Frau Schraubstock

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