Grenzerbericht: Befragung des Serientäters Aardwulf fortgeführt! (09.06.20)

Die Grenzerstunde in der vergangenen Woche, fand wie immer, am Dienstag zur achten Abendstunde statt. Erneut jedoch nicht in der beschaulichen Siedlung ‚Fuchskleve‘, am ‚Grenzersmial‘ in der Bachuferstrasse, sondern ein weiteres Mal in der Wachstube zu Dachsbauten, wo die Beamten noch mit dem Verhör des Herrn Aardwulf beschäftigt waren.

Noch waren Werro, Irmeline und meine Wenigkeit, Beuno Willowtree, die wir frühzeitig wieder angereist waren, guten Mutes, als Hauptmann Kelko zu uns hinzustiess und uns herzlich begrüsste. Dies änderte sich jedoch rasch, nachdem er uns mitgeteilt hatte, dass über Aardwulfs mysteriöses Münzamulett, nur wenig herauszufinden gewesen war. Ein Juwelier, den Kelko befragt hatte, konnte nur vermuten, dass es sich bei dem Objekt um eine Art ‚Vereinsabzeichen‘ handeln könnte, welches den Träger als Mitglied der vermeintlichen Gruppe ausweist. Keine neuen Erkenntnisse also, da wir soetwas ja schon vermutet hatten und Kelko das Abzeichen dereinst schon an einem von Aardwulfs Kumpanen gesehen haben glaubte. Wir warteten dann noch auf das Eintreffen von Grenzer Faroweis, bevor wir uns gemeinsam in die Wachstube zu Grenzerin Tulpeline, Grenzer Sauberstein und dem Delinquenten Aardwulf, begaben, um das Kreuzverhör fortzuführen.

Aardwulf: ‚Darf ich nun gehen? Mit meinem Erbstück?‘

Faroweis: ‚Du wirst niemals gehen dürfen Aardwulf! Wir ketten dich in das tiefste Loch im ganzen Auenland bei schwerster Schufterei! Du bist ein Mörder und Verbrecher!‘

Aardwulf: ‚Na, ein Glück, dass der Bäcker hier nix zu sagen hat, oder?‘

Kelko: ‚Aardwulf, wir hätten da noch ein paar Fragen.‘

Aardwulf: ‚Ja, Herr Breitfusz?‘

Kelkot: ‚Tulpi, bist du so lieb und übernimmst die Befragung?‘

Aardwulf: ‚Das mit dem Mord ist nur üble Nachrede, es hat nie eine Verhandlung stattgefunden.‘

Bevor Tulpeline mit der Befragung loslegen konnte, trafen kurz hintereinander noch die Herren, Willobrand und Bango, in der Wachstube ein, die sich den weiteren Verlauf dieses obskuren Falles, natürlich um keinen Preis entgehen lassen wollten.

Beuno: ‚Zum Glück seid ihr da, Bango und Willo…hier läuft alles aus dem Ruder!‘

Tulpeline: ‚Stimmt doch gar nicht, Beuno! Was erzählst du schon wieder?‘

Faroweis: ‚Fang an, Tulpi, ich zügel derweil den Beuno.‘

Tulpeline: ‚Ja, wir würden gerne noch Einiges wissen, Aard. Wir würden gerne immer noch wissen, was das für ein Medaillon ist? Und bedenke: Je eher du die Wahrheit sagst, desto schnell kannst du gehen. Du hast mein Wort.‘

Kelko: ‚Falls du unsere Fragen beantwortest, bringen wir dich zur Grenze.‘

Tulpeline: ‚Du bekommst von mir eine gerechte Strafe. Mehr nicht.‘

Irmeline: ‚Aber auch nciht weniger.‘

Aardwulf: ‚Warum sollte ich was sagen, wenn man mich hier versauern lassen will?‘

Werro: ‚Wie ne Gurke, die wird auch versauert…‘

Willobrand: ‚Aber Sauergurken mag ich, im Gegensatz zu Aardwulf!‘

Aardwulf : ‚Also, ich brauche das Medaillon für ein Treffen. Sowas wie eine Erkennung. Ich wollte ja nicht mehr herkommen, musste es aber hier aus der Zelle holen, wo ich es das letzte Mal versteckt hatte, hinter einem losen Ziegel, den ich mit altem Brot wieder angeklebt hatte.‘


Tulpeline: ‚Also ist es doch nicht von der Oma. Ich habs geahnt. Was ist das für ein Treffen? Das alljährliche Schurkentreffen?‘

Aardwulf: ‚Nicht jährlich… und nicht Schurken, so im engeren Sinne.‘

Kelko: ‚Dann ist es wohl sehr wichtig?‘

Aardwulf: ‚MIR ist es wichtig. Hat aber nix mit euch zu tun.‘

Tulpeline: ‚Du hast den Stockfisch also nur entführt damit wir dich Verhaften und hier in die Zelle bringen und du an das Medaillon kommst, das du beim letzten Mal hier versteckt hast?‘

Bango: ‚Das klingt kompliziert.‘

Kelko: ‚Ja, Bango, aber wir haben Aardwulf wunderbar bei seinem Plan geholfen.‘

Werro: ‚Jedenfalls ein großes Risiko, um an den Anhänger zu kommen.‘

So hatten wir wenigstens schon einige Antworten aus Aardwulf herausgepresst, bissen dann jedoch auf Granit, als wir mehr Details über das ominöse Treffen erfahren wollten, welches ja augenscheinlich im Auenland stattfinden sollte. Darüber wollte er partout nichts preisgeben und wollte sogar lieber im Gefängnis verbleiben, falls wir ihn nicht mit seinem Münzmedaillon ziehen lassen würden. Über das weitere Vorgehen kam es dann zu heftigen Diskussionen zwischen allen Anwesenden, wobei besonders Grenzer Faroweis und Zivilist, Bango Gerstfeld, dagegen waren, ihn überhaupt einfach so gehen zu lassen.

Kelko: ‚Ich möchte ihn ja gerne los werden, der frisst einem ja die ganze Speisekammer leer.‘

Bango: ‚Ui, dann mach doch das mit dem Brandzeichen, das ihn als Auenlandverbannten ausweist. Dann gibts kein Problem mehr.‘

Tulpeline: ‚Ich bin auch dafür das wir ihn freilassen.‘

Faroweis: ‚Es ist zu gefährlich, ihn gehen zu lassen!‘

Beuno: ‚Gebt ihm die Münze und dann ab zur Grenze…dann kann er eh nicht am Gaunertreffen teilnehmen.‘

Faroweis: ‚Nehmt die Münze und den Rest überlassen wir seinen Gesellen.‘



Tulpeline: ‚Ich werde nicht riskieren das wegen uns jemand getötet wird. Auch wenn es nur so jemand wie Aard ist. Ich möchte kein Blut an meinen Händen!‘

Beuno: ‚Übergeben wir ihn einfach der Stadtwache in Bree.‘

Aardwulf: ‚Ich glaube nicht, dass ihr mich schützen könnt. DIE erfahren alles!‘

Kelko: ‚Tulpi, Aardwulf könnte auch übertreiben, was die Tötungsabsichten seiner Kumpels betrifft.‘

Tulpeline: ‚Glaub ich nicht, Kelko. Wir wissen doch wie Menschen sind!‘

Bango: ‚Eben, deswegen sollten wir den Mensch loswerden. Ohne Münze, und am besten mit Brandzeichen.‘

Aardwulf: ‚Es ist doch egal, was ich sage, ihr glaubt mir ja wohl eh nicht. Also dann lieber nichts sagen. Also, ich brauch die Münze, um meine Ansprüche auf den Thron der Breeland-Diebe zu rechtfertigen. Zufrieden?‘

Tulpeline: ‚Die Geschichte glaubt ihr nun?‘

Willobrand: ‚Das hat er sich jetzt wirklich aus den Fingern gesaugt.‘

Kelko: ‚Ja, die Geschichte glaub ich, das ist genau Aardwulfs Art.‘

Tulpeline: ‚Na gut. Wenn ihr die bescheuerte Geschichte glauben wollt, dann tut das. Gebt ihm die Medaille und lasst ihn gehen. Dann haben wir das endlich hinter uns.‘

So kamen wir wieder auf keinen grünen Zweig, oder zu einer Entscheidung und bevor noch Bango seinen Bruder Sappi mit einem Brandeisen herbeirufen konnte, vertagte Kelko kurzerhand die Urteilsverkündung auf das nächste Mal. So ging es für Aardwulf in die Zelle zurück und wir anderen traten, wenig zufrieden, unsere jeweiligen Heimwege an.

Beuno Willowtree für den Auenland Boten

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