Briefe von Maiglockli Honighain an ihren Bruder Drubb (10)

Der junge Drubb hat uns freundlicherweise die Briefe seiner Schwester zur Verfügung gestellt, weil er sehr stolz auf seine Schwester ist und möchte, dass alle lesen können, was sie ihm so geschrieben hat. Da die gute Maiglockli eine sehr schöne Schrift hat, die aber nicht so einfach lesbar ist, drucken wir den Text jeweils darunter noch einmal ab.

Vielen Dank lieber Drubb.

10. Wedmath (August)
Mein lieber Drubb,
Mallenglîël und ich sind weiter Richtung Osten gereist, immer auf den Spuren von Hernod, hihi. Naja, so wirkliche Spuren hat er nicht hinterlassen. Aber das macht ja nichts, denn wenn man eine Elbin an seiner Seite hat, kann man so ziemlich alles finden. Ich kann dir sagen, in den Einsamen Landen findet man definitiv keine Pilze. Hier ist es zu trocken. Mallenglîël und ich sind etwas abseits der Oststraße gegangen, um uns die Gegend anzusehen. Wir sind so vor uns hingegangen und ich habe Mallenglîël mein Wanderlied beigebracht. Du kennst es noch gar nicht, also schicke ich Dir den Text! Er ist auf dem einzelnen Blatt. Hihi, wir hatten sehr viel Spaß mit dem Singen! Und wir haben sogar noch einen Teil dazu gedichtet! Da hat Mallenglîël dann als Elbin gesungen. Hihihi, es war so ein Spaß! Aber dann haben wir etwas gefunden. Auf einmal haben wir ein Wimmern gehört. Hinter einem großen Felsen haben wir dann ein verletztes Tier entdeckt. Einen Luchs! Ich hatte Angst, dass er uns etwas tut, aber Mallenglîël hat mich beruhigt. Sie hat sich sofort um das Katzentier gekümmert. Sie kann wirklich gut mit Tieren umgehen. Es sah so aus als hätte irgendwer – oder irgendwas – den Luchs angegriffen, er hatte eine üble Fleischwunde. Mallenglîël hat ihn mit ihren Elbenkräften geheilt. Frag mich nicht, wie sie das gemacht hat. Dann haben wir die Wunde mit Stoff und Kräutern verbunden. Ich habe versucht, einen Hasen für den Luchs zu fangen, weil er ja nicht selbst jagen konnte. Mallenglîël hat mir dann geholfen. Sie hat eine Mixtur angerührt, die wir unter das Fleisch gemischt haben, damit das Tier schneller zu Kräften kommt. Wir haben es zu einem etwas sichereren Ort mit einer kleinen Wasserstelle gebracht. Dort haben wir auch unser Lager aufgeschlagen und die Nacht verbracht. Am nächsten Morgen haben wir dem Luchs noch ein Frühstück besorgt und sind dann weiter gereist. Wusstest Du übrigens, dass Elben kein zweites Frühstück kennen? Und auch keinen Elf-Uhr-Imbiss, stell Dir das vor! Ich werde Mallenglîël wohl mal ein bisschen Esskultur beibringen müssen. Nun, wir sind dann jedenfalls irgendwann am Nachmittag an einer ziemlich heruntergekommenen Festung angekommen. Feste Guruth heißt sie. Dort haben sich viele Menschen niedergelassen, die scheinbar davon leben, Artefakte aus Ruinen zu verkaufen. Ich weiß ja nicht… Diese Sachen haben früher ja mal anderen gehört… Es ist sehr interessant, sich solche Dinge anzusehen, aber so ganz wohl fühle ich mich bei der Sache auch nicht. Bei Elben ist das etwas anderes. Da ist es immerhin gut möglich, dass manche Stücke denen persönlich mal gehört hatten. Ob Mallenglîël irgendwann hier gewesen war? Vor vielen, vielen Jahren? Als ich sie danach gefragt hatte, wollte sie nicht darüber sprechen, wie sonst auch. Das stört mich aber nicht wirklich. Am Ende ist die Vergangenheit nicht so wichtig. Es zählt nur, was man von ihr lernt. Und ihr Wissen teilt Mallenglîël sehr gern mit mir. Nun, jetzt bleiben wir ein paar Tage in der Feste, um Vorräte zu holen und uns nach Hernod durchzufragen. Wie geht es Dir denn, lieber bruder? Die Ernte wird sicherlich sehr gut! Bitte grüße Mutter und Vater herzlich von mir.
Deine Maiglockli

Wanderlied

Als Hobbit macht das Wandern Spaß,
Man sieht mal dies, man sieht mal das.
Und über Stock und Stein und Ast
Geht man gemütlich ohne Hast.
Und bald mache ich meine Rast
An einem Platz, der für mich passt.

Oh das Wandern, das ist fein!
Ob gemeinsam, oder allein,
Ob nun klein oder ganz groß.
Komm, wandre drauf los!
Ja, das Wandern ist famos.

Als Elbin macht das Wandern Spaß.

Oh das Wandern, das ist fein!
Und nun ist du nicht mehr allein.
Ich bin groß und du bist klein.
Ich reih mich mit ein
Und nun wandern wir zu zwein.

Von Maiglockli Honighain

Veröffentlicht von Mairad Birnhaag für den Auenland Boten

Briefe zur Verfügung gestellt von Maiglockli Honighain

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