Irmelines Architekturwanderungen: Besonderheiten von Duillont und Celondim!

Fräulein Irmeline Schraubstock hatte erneut zu einer ihrer berühmten Architekturwanderungen eingeladen, die dieses mal im Elbenstädtchen Duillont starten sollte. Ab der achten Abendstunde traf man sich dafür am Nordtor der beschaulichen ‚Langohrsiedlung‘, wo die letzte Exkursion bekanntlich geendet hatte.

Die rüstige Rentnerin konnte zur vereinbarten Stunde, mit den Fräuleins, Azaline und Tulpeline, sowie den Herren, Ahilleth, Kelullin und meiner Wenigkeit, Beuno Willowtree, fünf interessierte Architekturschüler begrüssen, auch wenn einige von uns zuerst Schwierigkeiten gehabt hatten, den korrekten Treffpunkt zu lokalisieren.

Vor dem Aufbruch hielt Irmeline eine kurze Begrüssungsansprache, in der sie uns auch eine kleine Neuerung, den ersten Abschnitt der Wanderung betreffend, offenbarte.

Irmeline:

Also, Willkommen erstmal, zur vierten Architekturwanderung! Unser großes Thema ist immer noch ‚Behausungen der freien Völker‘ und wir haben uns da schon Smials und Behausungen der Menschen angeschaut. Heute folgen die Häuser der Elben und ihr könnt Euch denken, was nächsten Mal dran sein wird. Heute werden wir die Sache einmal anders angehen. Ich möchte, dass Ihr alle durch Duillont spaziert und Euch mal genau umseht. Wir treffen uns auf der anderen Seite beim Stallmeister wieder. Ich hoffe, Ihr seid bereit, wir treffen uns auf der anderen Seite, viel Spaß!

Das war natürlich ein kleiner Schock für uns, so alleine auf uns gestellt zu sein. Wir versuchten sogleich, uns alles genau einzuprägen und blieben alle dafür, trotz Irmelines Wusch, mehr oder weniger, in einer Gruppe zusammen. Zuerst betrachteten wir den beeindruckenden Nordtorbogen.

Ahilleth:

Seht ihr den Edelstein da über dem Torbogen? Das ist eine Art Lichtstein, für nachts.

Azaline:

Ohja, schön!

Kelullin:

Kann man den mitnehmen?

Ahilleth:

Wenn ihr so hoch springen könnt Herr Zwerg.

Die Abwesenheit von Geländern, für welche die Elben ja berühmt sind, machte uns das Weitergehen nicht gerade leichter. Obwohl die Ausblicke, die sich uns boten, doch wahrlich atemberaubend waren, wie ich zugeben muss.

Ahilleth:

Vorsichtig Beuno, wir haben keine Geländer!

Kelullin:

Was ein Ausblick!

Nachdem die erste Treppe dann hinter uns lag, entdeckten wir einen hübschen Brunnen, der kunstvoll mit Meeresmotiven geschmückt war.

Beuno:

Toller Brunnen.

Ahilleth:

Der ist besonders fischig. Die Schalen sollen Muscheln darstellen.

Kelullin:

Sehr gute Arbeit, guter Steinmetz.

Beuno:

Irmi gehts aber wohl eher um die Wohnhäuser.

So sahen wir uns einige Wohnhäuser aus der Nähe und auch in der Ferne an.

Azaline:

Kann man da rein?

Ahilleth:

Hier erkennt man die elbische Vorliebe zum Rundbau gut, wenn man mal hoch schaut.

Kelullin:

Eine gute Holzarbeit.

Beuno:

Und schöne Glaseinlage.

Azaline:

Hier bekommt man ja ein Drehwurm!

Beuno:

Booah..diese Plattform dorthinten!

Ahilleth:

Die hängt nur minimal am Hang, ja. Traust du dich da rauf?

Beuno:

Nee, die schwebt ja fast.

Ahilleth:

Siehst du den Turm dahinten? Der ist rund.

Beuno:

Ja, der ist toll!

Ahilleth:

Ich sag ja, wir Elben mögens rund.

Beuno:

Das Dach ist aber eher unelbisch.

Ahilleth:

Sollen wir nach dem Weg schon zu Irmi, oder erst durch ganz Duillont?

Beuno:

Ich skizziere nur noch diese Gebäude hier, dann lieber zu Irmi direkt, oder?

Ahilleth:

Denke, ja.

Beuno:

Die Grundessenz haben wir aufgenommen.

Am Mietstall angekommen, konnten wir dann erstmal erfreulicherweise, das Fräulein Skaldiv begrüssen, die zusammen mit ihrem treuen Hund ‚Erwin‘, verspätet zu uns hinzustiess. Irmeline erklärte dann hernach, was sie fürderhin beabsichtigt hatte.

Irmeline:

Södale alle da? Was unterscheidet die Architektur der Elben von der anderer freien Völker?

Ahilleth:

Wir bauen vieles rund.

Irmeline:

Erklärung, Ahi, Erklärung!

Beuno:

Keine Geländer und sehr filigran alles.

Ahilleth:

Wir bauen gerne hoch an Hängen und genießen den Weitblick.

Irmeline:

Gut unser weiterer Plan für heute ist : wir wandern heute nach Celondim. Auf dem Weg dorthin erzähle ich Euch etwas über Elbenarchitektur.

Irmeline:

Achtet mal auf die verschiedensten Formen, wenn wir in Celondim sind. Das macht auch elbische Architektur aus.

Ahilleth:

Kaum ein Dach gleicht dem anderen.

Beuno:

Wir hatten uns schon über das eine Turmdach vorhin gewundert.

Irmeline:

Außerdem benutzen sie gerne Kletterpflanzen als Dekoration.

Skaldiv:

Das finde ich sehr hübsch mit den Kletterpflanzen.

Irmeline:

Viele Säulen stehen nur zur Zierde da und haben sonst keinen Zweck. Außerdem benutzen die anderen freien Völker meist Pfeiler, nicht Säulen.

Skaldiv:

Hier ist wieder so eine Bogenbrücke, wo kein Karren jemals hochkommt.

Irmeline:

Die Fenster sind hoch, schmal und spitz zulaufend, die nennt man Spitzbogenfenster. Passenderweise, würde ich meinen.

Beuno:

Ja, die Brücke war steil.

Irmeline:

Seht den Turm da unten? Wenn oben ein kleines kegelförmiges Dach ist, dann Mauer und weiter unten ein ringförmiges weiteres Dach, wie bei diesem Turm hier, nennt man das Ringpultdach.

Skaldiv:

Da sieht das Dach aus wie ein Hut.

Irmeline:  

Ja, diese Form des Daches nennt man Glockendach. Die kleinen Gebäude daneben, mit den Halbkugeln als Dach, das nennt man Kuppeldach.

Irmeline:

Die kleinen Unterstände hier haben das Dach, das überall am Häufigsten vorkommt. Einfach zwei Flächen die oben zusammenkommen. Das verwendet wirklich jedes Volk, weil es sehr einfach zu bauen ist. Man nennt die Art von Dächern Satteldach.

Als wir das Handwerksareal verliessen, erschien das Fräulein Nayel in unserer Mitte und wurde von uns allen herzlichst begrüsst. Nayel war froh, wenigstens noch das Ende der Führung mitmachen zu können.

Nayel:

Schön euch zu sehen, ich will gar nicht stören, schließe mich nur leise an.

Irmeline:

Gehen wir nun etwas runter. Das relativ große Gebäude vor uns hat einen Knick im Dach. Diese Dächer mit Knick heißen Mansardendächer. Davon gibt es mehrere Varianten, die die vorne auch ein Dach haben, heißen Mansardenwalmdach. Wenn man an die Ränder schaut, sieht man den Knick, haben das alle gesehen?

Skaldiv:

Ja, minimal.

Azaline:

Ich habe den Knick nicht gesehen.

Beuno: Ich hab nen Knick in der Optik.

Irmeline:

An diesem Gebäude vor uns sieht man sehr schön, dass die verschiedenen Dachformen von Elben meist kombiniert werden. Der Eingangsbereich hat ein Kuppeldach, dann folgt ein Mansardendach und auf dem Turm das Ringpultdach.

Beuno:

Das ist quasi ein ganzer Dachverband.

Irmeline:

Hier sehr ihr ein Beispiel der typischen Spitzbogenfenster, meist mehrere aneinander, damit mehr Licht reinkommt.

Kelullin:

Wenn abends das Mondlicht auf den Hügeln schläft, könnte das Licht heissen.

Irmeline:

Hier an dieser Wand sieht man sehr schön, wie die Pflanzen als Dekoration verwendet werden.

Nayel:

Dekoration? Wachsen sie nicht einfach wie sie wachsen?

Irmeline:

Das weiß ich gar nicht, ich bin keine Botanikerin.

Beuno:

Die Elben manipulieren das Wachstum sicher.

Irmeline:

Wenn Ihr hier einmal am Gebäude hinaufschaut, seht ihr, wie aufwändig Elben ihre Dächer konstruieren. Da ist es selbst für Kenner schwer, die einzelnen Dächer voneinander zu unterscheiden.

Beuno:

Sehr viel Glas und Fenster.

Irmeline:

Ja, aber das gibt dem Ganzen eben auch diesen unvergleichlichen Stil. Jeder erkennt sofort ein Elbengebäude, wenn er es sieht.

Irmeline:

So die Stunde ist nun genau um. Gibt es noch Fragen?

Skaldiv:

Was sind das für Dachspitzen da im Wasser?

Irmeline:

Das sind nur verzierte Bojen. Die sind dazu da, das Hafenbecken zu begrenzen.

Skaldiv:

Ach, Bojen sind das? Kenn ich nicht.

Irmeline:

Innerhalb der Bojen muss man besonders vorsichtig booten. Das Picknick ist nun nach der letzten Frage. Dann freue ich mich, dass ihr heute mitgewandert seid!

So klang diese lehrreiche Wanderung mit einem deftigen Picknick aus, wie es mittlerweile schon zu einer liebgewonnenen Tradition geworden ist.

Irmeline:

So, und was denkt ihr, welche Stadt ist schöner, Duillont oder Celondim?

Nayel:

Celondim, wegen des Wassers finde ich. Ich liebe den Hafen.

Azaline:

Ich finde auch Celondim schöner.

Beuno:

Duillont ist etwas eng…und zu gefährlich.

Vielen Dank, an Fräulein Irmeline, für diese aufschlussreiche Wanderung! Sie hatte es erneut geschafft, uns neue Dinge zu lehren und uns dazu gebracht, altbekannte Orte mit ganz neuen Augen zu betrachten! Man darf sich schon auf die nächste Architekturwanderung freuen, wenn es um Zwergengebäude gehen wird.

Beuno Willowtree für den Auenland Boten

7 Gedanken zu „Irmelines Architekturwanderungen: Besonderheiten von Duillont und Celondim!

  1. Toller Bericht Beuno! Man kann die Erklärungen von Frau Irmeline gut nachvollziehen, die sich anscheinend in allen Baustilen bestens auskennt. In Celondim war ich auch schon mal, eine wunderschöne Elbenstadt!

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