Dachwanderung zu Bree – Teil 6

Notiz an die liebe Mairad: Auch diesen Bericht kannst du lesen, hihi. In den letzten Tagen hat es zuviel geregnet, da konnten Flo und ich nicht auf die Dächer, war viel zu rutschig da mit dem ganzen Laub und Regen und so, jaja.

Aber im letzten Bericht hatte ich ja schon angedeutet, das wir noch was Tolliges beim Herumflitzen in Bree gefunden hatten. Hihi, und dazu habe ich gaaanz viele Bilder gemalt, damit ihr alle seht, was wir meinen.

Also wenn Flo und ich nach Bree zum Tänzelnden Pony wollen oder ich zu meinem Ohm reite oder laufe, dann dackeln wir immer Richtung Schlucht aus Stadel heraus. Da ist ’ne tolle Baumstraße, man ist im Schatten und die heiße Sonne oder der doofe Regen können uns mal, hihi.

Da kommen wir immer an eine Mauer mit einem Tor darin – schaut irgendwie wie ein uraltes Stadttor aus, ohja, schaut doch selbst.

Das ist ’ne ganz tollige Mauer und davon findet man noch so einige in Bree.

Diese Mauern sind aus einem gelblichen Gestein – dazu kommst später noch was, Flo und ich haben nämlich was herausgefunden, hihi – während ja die anderen Mauern vom letzten Mal eher so grau sind und recht fein gemauert.

Die hier sind auch nicht schlecht, aber aus größeren Steinen, dafür aber auch sehr hübsch verziert … Das wären Säueln und Bögen, meinte mein Flo.

Hinter diesem Stadttor ist auch noch eine große Fäche umgeben mit diesen Steinmauern. Das schaut irgendwie aus, als hätte da mal ein großes Haus gestanden. Und die riesigen Säulen, meinte Flo, haben bestimmt das große Dach getragen, aber das hat der Wind schon lange davongeblasen, hihi.

Überhaupt sehen diese ollen Mauern überall ganz schön mitgenommen aus – egal, ob in Bree oder drumherum.

Dafür ist aber der alte Boden zwischen den Mauern noch da. Und der besteht aus feinen Steinplatten in hübschen Mustern gelegt, so richtig schick, jaja.

Danach sind wir dann ins Armenviertel gelaufen. Da liegt so eine Ecke auf dem Boden, als hätte ein riesiger Riese ein ganzes großes Stück so einer Mauer mit der Keule rausgehauen.

Und stellt euch das mal vor, da wohnen Leute drin! Kaum zu glauben, gell?

Die haben da ihre Nachtlager und ein Feuerchen und all ihre Sachen … Die armen Armen!

Und wenn man da noch bissel weiterläuft … Tja, da geht es dann so richtig los mit den Mauern, ohja, so richtig mächtig gewaltig, sag ich euch!

Eine ganze Straße mit rechts und links Mauern. Schaut doch toll aus, gell?

Da dazwischen kamen wir uns ganz schön winzig vor, hihi.

Wenn man da die Treppe hochgeht, kommt da eine Wand mit einem ganz großen Wappen … Ob in diesen ollen Mauern mal ein mächtiger König gewohnt hat? … Naja, die Frau Idda würde das bestimmt wissen, ohja.

Die Mauer zieht sich dann immer weiter, durch das ganze Altsteinviertel.

Auch wenn sie ziemlich zerfallen ist, kann man sich doch denken, dass das vielleicht mal eine alte Stadtmauer war, auch weil am Ende sowas wie zwei Wachtürme stehen.

Und überall liegen diese Steinplatten so hübsch verlegt als Fußboden.

Das sah alles bestimmt mal ganz tollig aus, als es noch nicht so kaputt war, jaja.

Wenn man sich das Ganze mal von draußen anschaut – also von außerhalb der Stadt, dann erkennt man, dass das bestimmt mal so ’ne Stadtmauer war. Auch dass diese alte Stadt wohl noch viel größer war, als das heutige Bree. Kaum zu glauben, gell?

Aber mein Flo meinte das und der hat ja oft recht und ist schlau.

Die heutige Stadtmauer schaut dagegen richtig popelig aus, hihi. Nur ’ne olle dicke Hecke mit ’nem bissel Holzzaun und einem Wassergraben ohne Wasser davor. Das hält doch keine Bösewichter auf, nene.

Hinter meinem Ohm sein Haus, also da im Hobbitviertel von Bree, wo mein Ohm auch seine tollen Milchkühe und Felder hat, da gibt es weiter oben auch so eine Stelle.

Schaut irgendwie aus, als wäre das mal ein rundes Haus gewesen … Oder vielleicht auch ein großer Wachturm, weil es ziemlich weit oben auf dem Berg liegt und man da über ganz Bree hinwegsehen kann.

Aber was uns beiden da ganz doll ins Auge geplumpst ist: Die Felssteine da hinter dem runden Haus schauen genauso aus wie die Mauersteine, jaja.

Auch hinterm Tänzelnden Pony – das sieht man nämlich, wenn man von da runterguckt – ist überall der Fels herausgeknabbert aus dem Berg.

Das schaut nach einem alten Steinbruch aus, meinte mein Flo, so wie in Schären oben im Auenland – Flo war da nämlich schon mal mit seinem Vater.

Und mit den Steinen, die sie hier aus dem Berg rausgehauen haben, wurden dann gleich diese uralten Mauern in Bree und drumherum gebaut …

Kann doch so sein, nicht wahr?

Wenn man hinter dem Auktionshaus zur Jägerhütte läuft, kann man auch noch eine Menge dieser alten Mauern sehen.

Das hier war bestimmt auch mal ein großes Haus mit dicken Säueln und einem riesigen Dach, ohja.

Und da es langsam Dunkel wurde, blieben wir gleich dort, setzten uns auf einen Steinrand und aßen und tranken was – Flo hatte ja den Fressrucksack dabei, hihi. Ohne den machen wir ja keine Stadtwanderungen, nene. Nicht, dass wir unterwegs noch entfetten, hihi, das will ja keiner.

Danach schauten wir uns genau in dem verfallenen Haus um. Da steht noch eine alte  steinerne Truhe. Flo meinte, das wäre ein Steinsarg …

Vielleicht von dem ollen König? Hihi, das wäre doch toll!

Floh hob mich auf das Ding, damit ich sehen konnte, was da auf der Steinplatte oben drauf ist. Und was soll ich euch sagen? Da liegt ein steinerner Mann drauf …

Sieht der nicht aus, wie ein König? Ohwohl!

Ich war grad wieder von dem Steinsargdingens runtergeklettert, da schoss mir der blanke Schrecken in die Knochen. Ich konnte gar nichts machen – nur die Augen aufreißen …

Ein Geist, ein wahrhaftiger durchsichtiger Geist tauchte plötzlich vor mir auf!!!

Mein Herz blieb fast stehen und rutschte mir dann in die Kniekehlen.

Vor lauer Schiss fing ich an zu schlottern und konnte nicht mal wegrennen …

Und was machte mein Flo???

Der stand da und lachte! Er kriegte sich gar nicht mehr ein, prustete und schnappte nach Luft und lachte mich aus!

Mich! Seine beste Freundin, die vor Angst fast gestorben wäre!

Ich bekam fast einen Herzkasperl und der lachte sich die Lunge aus dem Leib!!!

Unfassbar …

Als er wieder Luft bekam, erklärte er mir, dass das ein guter Geist wäre und dass der niemendem was tun würde und dass ich mein Gesicht hätte sehen sollen – und schon prustete er wieder los …

Ich wurde so wütend, dass ich meine Laterne nach ihm warf und mit meinen Fäusten auf ihn eintrommelte …

Auch den ganzen nächsten Tag schmollte ich noch mit ihm, ohja.

Der ist ja so ein Lauser! Hihi …

Bis baldigst, eure

Catta

Cattaline Langbein für den Auenland Boten

5 Gedanken zu „Dachwanderung zu Bree – Teil 6

  1. Ein sehr schöner und lehrreicher Bericht liebe Catta. Und wegen dem Geist musst du dir keine Gedanken mache. Jeder, der neu in Bree ist, wird da mal hingeführt und ausgelacht. Mit mir haben das meine Basen gemacht und mir ging es damals nicht viel besser, als dir!

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    1. Oh, dankefein. Das hat uns auch wieder viel Spaß gemacht, hihi.
      Und ja, liebe Mairad, jetzt weiß ich ja, dass der Geist mir nichts tut, aber im ersten Moment war ich zur Salzsäule erstarrt und dann der freche Flo dazu, also kann ich dir das gut nachfühlen, liebe Sebylla, hihi. Aber jetzt will ich noch mal dahin und den Geist sehen.
      Und da oben, hinter meinem Ohm proben Kapellen, lieber Alegrio? Davon hat mir der Ohm gar nichts erzählt … tztztz.

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