Grenzerbericht: Eingabe von Fräulein Rosemarrie angehört!

Am letzten Dienstag, zur achten Abendstunde, fand – wie jede Woche – die Grenzerstunde der ›Grenzer des Auenlandes‹ statt, bei der allen Mitbürgern die Chance gegeben wird, bei den Beamten vorstellig zu werden, um ihnen ihre Probleme und Nöte zu schildern und die grüngestreiften Helfer, um Hilfe zu ersuchen. Dieses Mal hatte das Fräulein Rosemarrie etwas vorzubringen.

Bei kühlen Temperaturen war die erste Anlaufstelle für die Grenzerstunde natürlich wieder das Gartenbüffet, wo Grenzerin Irmeline Schraubstock, uns andere – Sundo, Werro, Bango, Rosemarrie und meine Wenigkeit, Beuno Willowtree, gleich nach der allgemeinen Begrüssung, mit frischen Kürbisgerichten empfing und abspeiste.

Sundo: »Na, ich würde sagen, wir gehen rein, es wird in dieser Jahreszeit doch langsam kühl.«

Grenzer Sundo bat uns dann aber rasch ins Innere, da es nun doch zu kalt wurde und Fräulein Rosemarrie ein Anliegen vorzubringen hatte, wie sie selbst angab. Dies weckte natürlich unsere Neugier und einen Augenblick später, sassen wir alle – eine Schüssel Grenzereintopf in Händen – in der gemütlichen Leseecke der Grenzer.

Rosemarrie: »Ich bin wegen einer wichtigen Frage hier.«
Irmeline: »Was für eine Frage denn, Rosemarrie?«
Rosemarrie: »Also, ich musste geschäftlich nach Bree, weils im Auenland keine Nähnadeln mehr gab. Daher habe ich in der Handwerkshalle Nadeln gekauft. Eine Nadel ist mir unter den Tisch dort gefallen, ich bin natürlich schnurrstracks hinterher. Und irgendwie war da alles klebrig…also bin ich zum Brunnen mir die Hände waschen, da das Wasser aber eisig kalt war, bin ich in das Gasthaus bei der Musikbühne.«
Sundo: »In das Tänzelnde Pony?«
Irmeline: »Das wird ja immer schlimmer!«
Rosemarrie: »Nichtsahnend wärmte ich mir die Finger, da ist plötzlich so eine ›Hochbeinige‹ und bezeichnet sich als Axtmörderin…ich habe den Schreck meines Lebens bekommen!«

Zu diesem Zeitpunkt stiess auch noch Hauptmann Kelko zu uns, der bei seinem Eintreffen bereits alles mitbekommen hatte und sich über das Gehörte genauso geschockt zeigte, wie wir alle.

Kelko: »Wir warten noch auf die eigentliche Frage.«
Beuno: »Kann man Äxte denn ermorden?«
Rosemarrie: »Nun die Frage…Gibts irgendwie diplomatische Grenzer, die auf eine diplomatische Mission geschickt werden, falls dort einer von uns in Gefahr ist?«
Sundo: »Diplomatisch nicht, aber wir haben einen Informanten in Bree.«
Beuno: »Ja, es gibt nur verdreckte…ääh..verdeckte Ermittler.«
Irmeline: »Das glaube ich eher nicht. Kein anständiger Hobbit sollte sich außerhalb des Auenlands aufhalten.«
Bango: »Aber vielleicht könnte man ein paar unanständige Hobbits finden?«
Sundo: »Also, Rosemarrie, es ist so, dass die Grenzer ja nur im Auenland arbeiten und auch nur hier Befugnisse haben.«
Irmeline: »Ermitteln können wir ja, aber zum Beispiel keinen festnehmen.«

Wohl noch unter dem Eindruck des vor kurzem stattgefundenen ›Sankt-Martinoc-Umzugs‹, schwebte Fräulein Rosemarrie etwas ähnliches, wie eine ständige Vertretung für hilfesuchende Hobbits in Bree vor, mit einem, oder mehreren Mitarbeitern, wie St. Martinoc, der ja dereinst auch allen Halblingen geholfen hatte.

Rosemarrie: »So eine Anlaufstelle wäre schön gewesen, mit einem heißen Tee, wie eine Botschaft. Immerhin leben in Bree ja auch viele Hobbits.«
Beuno: »Sehr gute Idee, Rose. Aber immerhin gibt es ja Stadel in der Nähe.«
Sundo: »Also, Rosemarrie, wenn etwas ist, versucht es in Stadel. Dort wohnen aufrichtige Hobbits die auch wehrhaft sind und Bannwarte haben.«
Irmeline: »Die helfen sicher jedem anständigen Hobbit.«
Sundo: »Die Breeländer Grenzer heissen Bannwarte, was wohl jeder nach dem letzten Vortrag weiß!«
Werro: »Stehen dann am Bockländer Tor Torwarte?«
Beuno: »In Bockland gibt es Braunwarte!«
Bango: »Da sollte eine Martinoc-Stube eingerichtet werden, an die Reisende sich wenden können und in der Martinoc-Stube sollte es Kuchen geben!«
Sundo: »Hmmm, aber da sowohl Bree kein eigenes Land ist, und bisher kein Land irgendwelche hochherrschaftlichen Beziehungen aufgebaut hat, haben wir Hobbits glaub ich, nix mit Gesandten am Hut.«
Rosemarrie: »Oki, wenn was wäre, dann gehe ich nach Stadel.«

Irmeline: »Es soll ja wieder einen Hochkönig im Süden geben!«
Beuno: »Hochkönig? so ein Humbug!«
Sundo: »Aber das ändert ja nix bei uns.«
Werro: »Und unterm Berg sitzt der Tiefkönig?«
Beuno: »Kelko, wie realistisch ist denn Roses Vorschlag nun?«
Kelko: »Da müsste man jemand finden, der diese Stube betreut. Der Bürgermeister ist froh, wenn man ihm unliebsame Dinge vom Hals hält.«
Rosemarrie: »Ein Außenposten quasi.«
Kelko: »Wir Grenzer können dieses Martinoc Stübchen auch nicht betreiben. Dafür haben wir nicht genug Leute.«

Grenzerin Irmeline versuchte dann, das Problem von einer anderen Seite anzugehen und das Pony quasi von ›hinten aufzusatteln«.

Irmeline: »Faroweis ist doch unser Ausbilder. Kann er dem Fräulein Rosemarrie nicht einen Selbstverteidigungskurs angedeihen lassen? Dann wäre sie nicht mehr so hilflos in Bree.«
Rosemarrie: »Werden denn neue Ausblindungsplätze ausgeschrieben?«
Beuno: »Die Stellen sind ständig ausgeschrieben, Rose.«
Irmeline: »Ich kann mit der theoretischen Ausbildung jeder Zeit weiter fortfahren.«
Rosemarrie: »Du hattest mal einen Selbstverteidigungskurs gegeben, Irmi, richtig? Vielleicht sollte ich mein Wissen mal wieder auffrischen, als kurzfristige Lösung?«
Beuno: »Kannst du auch mit der ›Gusseisernen‹ umgehen, Rose?«
Rosemarrie: »Hmm, das müsste ich ausprobieren, wie das in der Hand liegt mit dem Schwerpunkt und so.«
Beuno: »Wenn die Pfanne auf den Schädel prallt, es meilenweit noch widerhallt!«

Kelko: »Faroweis kann ja ein Probetraining mit dir machen, Rose.«
Rosemarrie: »Ich bin jedenfalls öfters in Bree, da ich ja auch den ein oder anderen Stoff nicht im Auenland bekomme. Bree ist so der Dreh- und Angelpunkt für Handel bei manchen Sachen.«
Beuno: »Rose könnte dann eure Vertretung in Bree mimen, wenn sie erstmal ausgebildet ist!«
Sundo: »Ich meine gute Verbindungen nach Stadel wäre ja nicht schlecht.«
Kelko: »Es geht erstmal um eine Ausbildung, sonst läuft sie bei der kleinsten Provokation schreiend weg.«
Irmeline: »Ein Probandentraining.«
Werro: »Pobrand? Hab ich nur wenn ich was Scharfes gegessen habe…«
Sundo: »Sollen wir mal nachfragen bei den Bannwarten in Bree, ob die einen Bannwart zu uns schicken können?
«
Irmeline: »Das klingt doch gut.«
Sundo: »Rosemarrie, hast du nächste Woche Zeit herzukommen?«
Rosemarrie: »Das passt mir, wie der Faden ins Nadelöhr!«

So endete die Grenzerstunde mit der Vereinbarung, dass man versuchen würde, einen erfahrenen Beamten aus Stadel einzuladen, der eventuell einen Kursus anbieten könnte. Man darf gespannt sein, wie die nächstwöchige Grenzerstunde dann ablaufen werden wird. Besucher sind natürlich, wie immer, herzlich willkommen!

Beuno Willowtree für den Auenland Boten

2 Gedanken zu „Grenzerbericht: Eingabe von Fräulein Rosemarrie angehört!

  1. Sehr interessanter Bericht … Aber das Fräulein Rosemarrie könnte sich ja auch an bekannte Lange in Bree wenden, die ihr ebenso gern helfen würden und eine Tasse Tee und Kekse oder Kuchen würden sich da garantiert auch in einer Küche finden.

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  2. Also Frau Irmeline, da muss ich aber energisch widersprechen! Auch am Breeberg und in Stadel leben anständige Hobbits und natürlich kann jeder Besucher aus dem Auenland an unser Smial klopfen, wenn er Hilfe braucht.

    Und so schlimm ist es in Bree auch gar nicht. Oma Seburga wohnt schon eine ganze Weile in Bree und die sagt, es gibt sogar zwei angesehene Hobbits im Stadtrat!

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